Von Ausserberg im Wallis zur Wiwannihütte

  • Region: CH - Walliser Alpen
  • Dauer: 1 Tag
  • Höhenmeter: 1462 Hm

Die Wiwannihütte, mit spektakulärer Aussicht hoch über dem Rhônetal gelegen, ist Stützpunkt herrlicher Plaisir-Kletterei. Die hüttennahen Klettergärten mit über 100 Routen liefern viel Abwechslung in griffigem Gneis und zählen zu einem der schönsten Klettergebiete im Wallis.

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Aufstieg

Die Aussicht von der Wiwannihütte auf das Rhonetal muss man sich erst mal verdienen. Denn der Aufstieg ist recht steil und dementsprechend schweißtreibend.
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Abstieg

Von der Wiwannihütte lohnt der Aufstieg auf den Gipfel des Wiwannihorns. Etwa zweieinhalb Stunden müssen dafür einberechnet werden. Die Sicht von oben entlohnt die Mühe!
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Eckdaten zur Tour von Ausserberg zur Wiwannihütte
Hütten Wiwannihütte (2470 m), privat, bewirtschaftet Ende Mai bis Mitte Oktober, 34 Lager, Tel. 0041/27/946 74 78.
Talort / Ausgangspunkt Ausserberg
Endpunkt Siehe Ausgangspunkt
Anfahrt Am einfachsten per Bahn. Ausserberg ist eine Station der Bern-Lötschberg- Simplon-Bahn. Mit dem Auto über Kandersteg durch den Lötschbergtunnel (Autoverladung) ins Wallis bis Visp, dann links nach Ausserberg. Parkplatz am Bahnhof.
Gehzeiten Hüttenanstieg 2 1⁄2 Std., Abstieg 2 Std.; insgesamt 4 1⁄2 Std. Gipfelweg zum Fellhorn 3⁄4 Std.; Abstieg zur Hütte 1⁄2 Std.
Anforderungen Der Hüttenzustieg erfolgt über steile Bergwanderwege. Der Gipfelabstecher auf das Wiwannihorn ist nur den absolut trittsicheren Berggängern vorbehalten, die auch leichte Kletterstellen bewältigen können.
Karte Landeskarte der Schweiz (LKS) 1:50 000, Blatt 274 T, Visp oder 1:25 000, Blatt 1288, Raron.
Buchtipp Huettentouren AlpenHeinrich Bauregger: Hütten und Almen der AlpenWandern von Hütte zu Hütte – die schönsten Hüttentouren in den deutschen, österreichischen und schweizer Alpen. Der perfekte Wanderführer für für begeisterte Hüttenwanderer.

Wiwannihütte: Klettern und Suonenbier

Ausserberg Wiwannihuette

Im Schweizer Kanton Wallis

Unser Tipp
Die Wiwannihütte kann auch über einen abenteuerlichen Klettersteig erreicht werden. Allein der Zustieg ist landschaftlich enorm reizvoll und führt über die historische Wasserleitung Niwärch ins naturgeschützte blumenreiche Baltschiedertal.

Die Wiwannihütte, mit spektakulärer Aussicht hoch über dem Rhônetal gelegen, ist Stützpunkt herrlicher Plaisir-Kletterei. Die hüttennahen Klettergärten mit über 100 Routen liefern viel Abwechslung in griffigem Gneis und zählen zu einem der schönsten Klettergebiete im Wallis. Doch auch ohne Spezialwissen kommt ein trittsicherer Bergfreund hier auf Hochtouren: Leichte Gratrouten, Klettersteig und Schluchtparcour, historische Suonenwege und die Nasenlöcher-Höhlen liefern aufregende Tage bei grandioser Sicht auf die Walliser Gipfelprominenz.

Ein besonderes Erlebnis ist es, von der Hütte das Abend- oder Morgenglühen zu erleben, wenn die Sonne einen rosa Hauch auf die eisgepanzerten Viertausendermassive setzt und sich auf dem Wiesenplateau etwas unterhalb die Gämsen tummeln. Seit 2001 liegt die 1988 erbaute Wiwannihütte auch im UNESCO-Weltnaturerbe Jungfrau-Bietschhorn-Aletsch. Sonnenenergie regelt die Stromversorgung und das Abwasser wird in einer Kläranlage gereinigt, bevor es ins Tal abgelassen wird.

Der Helikopter transportiert die Grundnahrungsmittel hinauf und zur Besorgung der Frischwaren steigt die Hüttenwirtin so oft es nötig ist mit den zwei Hauseseln Rosali und Lini ins Dorf hinunter. Auch das Getränkesortiment enthält lokale Erzeugnisse: Wiwanniwein vom hauseigenen Weinberg oder durstlöschendes Suonenbier aus der Dorfbrauerei, blond, dunkel oder gar mit Kräutern. So lässt sich’s gut aushalten dort oben.

Von Ausserberg zur Wiwannihütte

Ausserberg Wiwannihuette Wanderkarte

Wanderkarte Ausserberg und Wiwannihütte

Der Aufstieg von Ausserberg ist wirklich schweißtreibend. Doch es gibt eine Abkürzung: Ein gebührenpflichtiges Sträßchen (Tickets in jedem Restaurant im Dorf oder an den Parkautomaten) windet sich zum Fuxtritt, 1800 m, hinauf. Von dort ist es nur noch ein »Katzensprung«, ein steiler zwar, dafür aber wandern wir durch herrlichen Lärchenwald und haben weiter oben eine tolle Aussicht auf das Rhônetal und die Walliser Alpen. Die Gipfelschau findet ihre Krönung an der Hütte selbst. Die weiß glitzernden Gipfelkolosse von Fletsch- und Lagginhorn, der Mischabelgruppe mit dem Dom in ihrer Mitte und das Weißhorn sind unschlagbar die Highlights des Gipfelbands am Horizont.

Rückweg über Trosiboden

Von der Wiwannihütte steigen wir erst etwa zehn Minuten auf dem Hüttenweg ab, um dann rechts Markierungen folgend Schafspferche zu erreichen. Ein Pfad zieht sich nun aussichtsreich unter den Südhängen des Augstkummenhorns entlang zur Waldgrenze Arbol und führt uns über einen Gratrücken, der fantastische Blicke ins Bietschtal und auf das Bietschhorn preisgibt, hinunter bis Trosiboden, 1764 m. Serpentinen winden sich südöstlich zur Fahrstraße bei Leiggern und – die Straße abkürzend – hinab nach Ausserberg.

Gipfelabstecher auf das Wiwannihorn

Das beliebteste Ziel trittsicherer Bergwanderer ist das Wiwannihorn, das auf dem Normalweg über den Westgrat technisch problemlos zu bewältigen ist, vorausgesetzt, man verfügt bereits über Erfahrung in alpinem Gelände. Die Aussicht schweift weit über das Rhônetal und seine 4000er Massive, atemberaubend ist der Nahblick auf das Bietschhorn, dessen formschöner Pyramide gerne als die Königin des Wallis gehuldigt wird. Von der Wiwannihütte steigen wir gegen Norden auf Pfadspuren den steinigen Hang hinauf, halten uns dann rechts und folgen den Steinmännchen durch Blockfelder an den Wandfuß des Wiwannihorns.

Auf Pfadspuren geht es nun links aufwärts weiter bis zu einer Wasserfallrinne, an deren linken Seite sich am großen weißen Quarzitblock der blau markierte Einstieg befindet. Über Felsstufen steigen wir die Südwand hinauf. Am großen Geröllfeld unterhalb des Gipfels, das »die Wanne« genannt wird, findet die Kletterei auch schon ihr Ende. Wir folgen nun dem Westgrat über Blockwerk zum Gipfelkreuz mit Tourenbuch.