Hüttentour durch das Lechquellengebirge

  • Region: AUT - Lechquellengebirge
  • Dauer: 3 Tage
  • Höhenmeter: 1260 Hm

Das Lechquellengebirge – sind das nicht die Lechtaler Alpen? Die Antwort darauf lautet ja und nein. Wie der Name schon sagt, ist die Gebirgsgruppe das Quell- gebirge des Lechs, und damit sollte man es eigentlich auch als Teil der Lechtaler Alpen sehen können. Im engeren Sinn beginnen die Lechtaler Alpen aber erst westlich des Ortes Lech – und das auch nur auf der orographisch rechten Seite des Flusses (auf seiner linken Seite wird das Lechtal von den Allgäuer Alpen begrenzt).

Die reichlich unklare Namensgebung in dieser Region wird aber noch verwirrender dadurch, dass das Lechquellengebirge (zumindest in älteren Veröffentlichungen) auch unter der Bezeichnung Klostertaler Alpen firmiert.

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Etappe 1

Der Hausberg der Ravensburger Hütte ist der Spuller Schafberg. Er ist kein langweiliger Grasbuckel, wie der Name vermuten lassen könnte, sondern ein durchaus lohnendes Gipfelziel
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Etappe 2

Von der Freiburger Hütte aus zieht die Rote Wand die Blicke der Bergsteiger an und zeigt deutlich, warum sie ihren Namen hat: Die roten Kalke aus dem Lias sind nicht zu übersehen.
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Etappe 3

Man sollte auf jeden Fall einplanen, den Hauptgipfel, die Braunarlspitze, zu besteigen, denn der Steig im Schwierigkeitsgrad I bietet anregende Kraxelei
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Eckdaten zur Hüttentour durch das Lechquellengebirge
Hütten Ravensburger Hütte, 1947 m (AV- Hütte, von Mitte Juni bis Anfang Oktober bewirtschaftet, 20 Betten, 85 Lager, 10 Notlager; Tel. 0043/664/5005526). Freiburger Hütte, 1918 m (AV-Hütte, von Mitte Juni bis Anfang Oktober bewirtschaftet, 40 Betten, 100 Lager, 20 Notlager; Tel. 0043/ 5556/73540). Göppinger Hütte, 2245 m (AV-Hütte, von Mitte Juni bis Anfang Oktober bewirtschaftet, 21 Betten, 45 Lager, 6 Notlager; Tel. 0043/5583/3540).
Ausgangs-/ Endpunkt Lech
Gehzeiten Für den Rundweg 2–4 Tage, durch beliebige Gipfelabstecher erweiterbar; Lech–Ravensburger Hütte 21/2 Std., Ravensburger Hütte–Spuller Schafberg 2 Std. (Aufstieg), Ravensburger Hütte–Freiburger Hütte 5 Std., Freiburger Hütte–Rote Wand 33/4 Std. (Aufstieg), Freiburger Hütte–Göppinger Hütte 41/2 Std., Göppinger Hütte–Hochlichtspitze 11/4 Std. (Aufstieg), Göppinger Hütte–Lech 4 Std. (zuzüglich 2 Std. für den Abstecher auf die Braunarlspitze).
Anforderungen Absolute Trittsicherheit und Erfahrung im hochalpinen Gelände, bei den Gipfelanstiegen Sicherheit bei leichten Klettereien erforderlich.
Karte Topographische Karte Blatt 142 Schruns und Blatt 143 St. Anton am Arlberg, 1:50 000 (ÖB)
Buchtipp AlpenwanderbuchHeinrich Bauregger: Das große Alpenwanderbuch
Almen, Hütten, Gipfel, Klettersteige, Höhenwege. Dieser Band zeigt die schönsten Hüttentouren und Wanderungen von Hütte zu Hütte in den Alpen.

Etappe 1: Start einer hochalpinen Runde

Huettentour Lechquellengebirge

Von der Hütte hat man einen schönen Fernblick über das Lechtal.

Das Lechquellengebirge bietet eine abwechslungsreiche Rundtour mit Ausgangs- und Zielort Lech. Vom südlichen Ortsteil Omesberg steigt man über Almwiesen zur Gstütalm. Nach einer leicht abwärts führenden Querung passiert man die Stierlochalm und gelangt auf einem Fahrweg auf das Stierlochjoch; jenseits davon erreicht man etwa 50 Höhenmeter tiefer die Ravensburger Hütte.

Über den Spuller Schafberg zur Freiburger Hütte

Der Hausberg der Ravensburger Hütte ist der Spuller Schafberg. Er ist kein langweiliger Grasbuckel, wie der Name vermuten lassen könnte, sondern ein durchaus lohnendes Gipfelziel, das im Gipfelbereich sogar leichte Kraxelei erfordert. Für diesen Abstecher sollte man einen halben Tag einplanen. Auf der folgenden Etappe zur Freiburger Hütte steuert man zunächst den Spuller See an, einen Stausee der besonderen Art. Sein Wasser ist gegen zwei Täler hin gestaut, die in zwei Meere entwässern: Über den Spreubach im Süden fließt das Wasser dem Rhein und damit der Nordsee zu, während das Wasser des Spuller Bachs im Norden über Lech und Donau letztendlich ins Schwarze Meer gelangt.

Einen See, der direkt auf einer kontinentalen Hauptwasserscheide liegt, wird man kaum ein zweites Mal finden. Wenn der See im Uhrzeigersinn umrundet wird, kommt man am Südufer zu einer kleinen am Weg liegenden Hütte. Dort zweigt nach links ein zunächst unscheinbarer Weg ab. Nach einigen Metern tauchen auf einem Felsen die Initialen des Tagesziels (F. H.) auf – eine Markierung, die auch im weiteren Verlauf den Weg weisen wird; zunächst über welliges Almgelände, dann zunehmend steil über einen (zumindest bei Nässe) nicht ungefährlichen Grashang auf den Gehrengrat.

Huettentour Lechquellengebirge

Wanderkarte zur Hüttentour im Lechquellengebirge

Auf der Kammhöhe wendet sich der Weg nach rechs hinauf, verlässt nach einem Flachstück den Grat nach links und führt unterhalb einer roten Vermessungsstange vorbei. Anfangs unauffällige Steigspuren führen nun zu einem Karstgebiet.

 

Ein verwirrendes Kalklabyrinth mit scharfkantigen Karren und steilwandigen Schachtdolinen bietet eine beeindruckende Szenerie.

Das Gelände verlangt aber auch vorsichtiges Gehen genau am markierten Steig. Bei Nebel ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich, und bei Neuschnee sollte man besser ganz auf die Tour verzichten. Beim Joch unter dem Formaletsch ignoriert man eine nach rechts (zu einigen kleinen Lacken) führende Abzweigung; eine weitere Abzweigung lässt man links liegen und kommt so zur Freiburger Hütte. Sie liegt wunderschön am Rauhen Joch über dem Formarinsee.

Etappe 2: Wandern entlang der europäischen Wasserscheide

Huettentour Lechquellengebirge

Die solide Steinbau der Ravensburger Hütte wurde 1912 erbaut und im Laufe der Jahrzehnte mehrfach erweitert.

Freiburger Hütte zur Göppinger Hütte

Von der Freiburger Hütte aus zieht die Rote Wand die Blicke der Bergsteiger an und zeigt deutlich, warum sie ihren Namen hat: Die roten Kalke aus dem Lias sind nicht zu übersehen. Wer einen Tag übrig hat und genügend Erfahrung in hochalpiner Kraxelei (I–II) besitzt, wird der Verlockung nicht widerstehen können, auf diesen klassischen Gipfel zu steigen.

Den Weg von der Freiburger Hütte über die Göppinger Hütte bis Lech können stramme Geher durchaus an einem Tag zurücklegen. Empfehlenswert ist das jedoch nicht. Denn zum einen gibt es am Wegesrand und in der Ferne so viel Interessantes zu sehen, zum anderen locken auch noch zwei Gipfelabstecher – die Hochlichtspitze und die Braunarlspitze. Also plant man am besten gleich eine Übernachtung auf der Göppinger Hütte ein.

Von der Freiburger Hütte führt ein Steig östlich oberhalb des Formarinsees vorbei zur Formaletschalpe hinunter. Vom Hüttenparkplatz geht man einige Meter auf der Straße bergab, östlich der Alm dann links auf einem unauffälligen Pfad weiter. Beim Unteren Johannesjoch heißt es rechts abbiegen; so kommt man zum Oberen Johannesjoch.

Auf einem Ausläufer der Hirschenspitze angelangt, öffnet sich der Blick in die Johanneswanne, durch die nun der Weg in weitem Bogen führt. Danach wird der Östliche Johanneskopf umrundet, bevor es durch eine zerklüftete Felsregion (insbesondere bei schlechter Sicht genau auf die Markierungen achten!) zur Göppinger Hütte hinunter geht.

Von hier entweder auf dem markiertem Steig zur Hochlichtspitze und dann in der Hütte übernachten oder noch am selben Tag nach Lech. Dorthin geht man den Thomas-Praßler-Weg, der immer durch die sonnenexponierten Südhänge der Braunarlspitze und ihrer Trabanten führt.

Etappe 3: Abstecher zur Braunarlspitze

Vom Butzensee bis nach Lech

Tourentipp: Das Lechtal bietet viele Möglichkeiten für mehrtägige Wanderungen, zum Beispiel eine gemütliche Hüttentour, oder eine mehrtägige Wanderung über den Lechtaler Höhenweg.

Man sollte auf jeden Fall einplanen, den Hauptgipfel, die Braunarlspitze, zu besteigen, denn der Steig im Schwierigkeitsgrad I (Wegweiser an der Abzweigung; in den Felsen auf die Markierungen achten!) bietet anregende Kraxelei, und vom höchsten Punkt eröffnet sich eine einmalige Fernsicht. Der weitere Rückweg führt an der Butzenspitze vorbei zum Butzensee, nahe diesem nach rechts, durch die Südhänge des Zuger Hochlichts zu den eindrucksvollen Gipslöchern und schließlich, einem der ausgeschilderten Wege folgend, durch das berühmte (im Sommer aber weniger reizvolle) Skigebiet über Oberlech hinunter nach Lech.