Hüttentour über den Lechtaler Höhenweg

  • Region: AUT - Lechtaler Alpen
  • Dauer: 8 Tage
  • Höhenmeter: 5500 Hm

Die Lechtaler Alpen gehören zu den interessantesten und vielfältigsten Gebirgen der Nördlichen Kalkalpen, im Übrigen auch zu den flächengrößten und höchsten. Mit der Parseierspitze besitzen sie sogar deren einzigen Dreitausender. Da mag es vielleicht erstaunen, dass sie in der Popularität eher ein wenig zurückstehen, verglichen etwa mit den benachbarten Allgäuer Alpen, die ein wesentlich breiteres Publikum anziehen. Die Lechtaler sind halt in weiten Bereichen nicht so leicht zugänglich, Erschließungen haben allenfalls einige Randzonen etwas angekratzt, und so wurde eine Form von wilder Ursprünglichkeit bewahrt, die sich wirksam selbst zu schützen vermag.

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Tag 1-3

Die »bunte« Geologie, welche die Lechtaler Alpen auszeichnet, sorgt für Abwechslung im Landschaftsbild wie in kaum einer anderen Gebirgs- gruppe.
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Tag 4+5

Wir queren die steilen Hänge der Hirschpleis und der Gaißwasen und gelangen oberhalb einer Trümmer- mulde in die Scharte beim Schindlekopf.
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Tag 6-8

Auf der Schlussetappe steigen wir über Felsstufen ins Kar hinab und ziehen auf der linken Seite hinüber zu unserem Stützpunkt, der von sehens- werten Felsbauten eingerahmt ist.
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Eckdaten zur Hüttentour über den Lechtaler Höhenweg
Hütten Stuttgarter Hütte (2305 m), Ulmer Hütte (2279 m), Leutkircher Hütte (2261 m), Kaiserjochhaus (2310 m), Ansbacher Hütte (2376 m), Memminger Hütte (2242 m), Württemberger Haus (2220 m), Steinseehütte (2061 m), Hanauer Hütte (1922 m), Muttekopfhütte (1934 m)
Talort / Ausgangspunkt Lech (1444 m), Talstation Rüfikopfbahn
Endpunkt Hochimst (1050 m), Talstation der Imster Bergbahn; Busverbindung in den Hauptort
Gehzeiten Lech/Rüfikopfbahn – Stuttgarter Hütte 2 1/4 Std. – Ulmer Hütte 2 1/2 Std. – Leutkircher Hütte 3 1/2 Std. – Kaiserjochhaus 2 Std. – Ans- bacher Hütte 4 1/2 Std. – Memminger Hütte 5 Std. – Württemberger Haus 3 1/2 Std. – Stein- seehütte 3 1/2 Std. – Hanauer Hütte 2 1/2 Std. – Muttekopfhütte 5 1/4 Std. – Hochimst 3/4 Std.
Anforderungen Die stets ausreichend markierten Bergwege erfordern an zahlreichen Passagen Trittsicherheit und besonders beim Überschreiten von Schneefeldern sowie Queren steiler Gras- und Schrofenhänge erhöhte Vorsicht. Mit vielen Stützpunkten konditionell eher moderat, allerdings verlangt das Gesamt- unternehmen eine gewisse Beharrlichkeit.
Karte Alpenvereinskarte, 1: 25 000, Blätter 3/2 »Arlberggebiet«, 3/3 »Parseierspitze« und 3/4 »Heiterwand – Muttekopfgebiet«
Buchtipp Huettentreks AlpenMark Zahel: Hüttentreks
Die 55 schönsten Mehrtages-Wanderungen von Hütte zu Hütte in den Ostalpen. Dieser Wanderführer Hüttentouren ist ein Standardwerk für alle Hüttentrekker.

Tag 1-3: Auf hoher Route von Lech nach Imst

Huettentour Lechtaler Hoehenweg

Die Berge über der Memminger Hütte im Abendlicht.

Lech – Stuttgarter Hütte

Der kürzeste Zustieg zur Stuttgarter Hütte kommt von Zürs, der landschaftlich schönste hingegen von der Rüfikopfbahn in Lech. Von der Bergstation in 2350 m Höhe zuerst ins Monzabonjoch und mit zwischenzeitlichem Höhenverlust über die Böden des Ochsengümple am Fuß der Rüfispitz-Nordwand Richtung Osten. Kurz vor dem Bockbachsattel dreht man rechts ab und steigt zur Rauhekopfscharte (2415 m) an. Jenseits etwas bergab und dann quer durch die Mattenhänge nach Süden zur Stuttgarter Hütte (2305 m).

Variante:
Von Zürs zur Trittalpe und auf dem Endressweg durchs Pazüeltal, zuerst auf der rechten, später steiler auf der linken Seite in zwei Stunden zur Hütte hinauf.

Stuttgarter Hütte – Ulmer Hütte

Wir folgen dem Boschweg, der hoch über der Talmulde des hinteren Pazüel die Westflanke der Erli- und Roggspitze durchmisst. Allmählich ansteigend in das Hochkar unter der Pazüelfernerspitze, wo oft hartnäckige Schneefelder überdauern.

 

Die links abzweigende Route zur Valluga unbeachtet lassend, halten wir uns rechts und steigen gegen die Trittscharte (2580 m) empor, wobei sich der eigentliche Übergang am Zackengrat links des tiefsten Einschnitts befindet. Auf der Südseite über Felsen und Grashänge ins weite Valfagehrkar hinab und links hinüber zur Ulmer Hütte (2279 m), die leider vom trostlosen Arlberger Skigebiet bedrängt wird. Immerhin gibt es von hier einen tollen Verwall-Blick.

Variante:
Wer die Ulmer Hütte auslassen möchte, kann von der Stuttgarter Hütte via Erlijoch, Erlachalm und Stapfetobel in gut 3 1/2 Stunden direkt zur Leutkircher Hütte gelangen.

Ulmer Hütte – Leutkircher Hütte

Den wenig anheimelnden Aufstieg im Bereich einer Piste zum Valfagehrjoch (2543 m) heißt es möglichst rasch hinter sich zu bringen. Anschließend quert man hinüber ins Matunjoch, wo der schwierige Arlberger Klettersteig abzweigt, dem wir hier natürlich ausweichen.

Der Wanderweg verläuft südseitig am Sockel des Weißschrofenkammes in langer Querung Richtung Osten, vielfach durch Schuttreißen, später in zerfurchtem, schrofigem Terrain wieder schräg aufwärts zum Bachereck. Die Kammerhebung des Bachers abermals südseitig umgehen und über den sanft zum Almajurjoch (2237 m) auslaufenden Rücken abwärts. Etwas oberhalb steht die Leutkircher Hütte (2261 m).

Tag 4+5: Die „bunte“ Geologie sorgt für ein abwechslungsreiches Landschaftsbild

Leutkircher Hütte – Kaiserjochhaus

Gipfel am Weg:

  • Trittkopf (2720 m): 30 Min. von der Trittscharte
  • Stanskogel (2757 m): 1 1/2 Std. ab Leutkircher Hütte
  • Samspitze (2624 m): 45Min. ab Ansbacher Hütte, Überschreitung vom Alperschonjoch möglich
  • Seekogel (2412 m): 30 Min. von der Memminger Hütte
  • Oberlahmsspitze (2658 m): 1 1/4 Std. von der Memminger Hütte
  • Kogelseespitze (2647 m): gut 2 Std. von der Hanauer Hütte
  • Muttekopf (2774 m): 25 Min. von der Muttekopfscharte

Dieser kurze Übergang beginnt mit einem Aufstieg über den Rücken zu einer Wegverzweigung. Während es links zum Stanskogel hinaufgeht (lohnender Abstecher!), weichen wir wieder einmal südlich aus, queren die steilen Hänge der Hirschpleis und der Gaißwasen und gelangen oberhalb einer Trümmermulde in die Scharte beim Schindlekopf. Dahinter links eindrehend über steiles Geschröf abwärts, dann noch über den Kaiserkopf (2396 m) hinweg und zum Kaiserjochhaus (2310 m). Erneut genießt man ständig hindernislose Ausblicke über das Stanzertal in die Zentralalpen.

Kaiserjochhaus – Ansbacher Hütte

Immerhin fünf Scharten und Joche stehen bei dieser Etappe auf dem Programm. Den Anfang macht ein namenloser Sattel im Südgrat des Grießkopfes, gleich östlich über dem Kaiserjochhaus. Jenseits in ein Kar hinab, um den vom Kreuzkopf herabziehenden Sporn herum und schräg ansteigend in die Kridlonscharte (2371 m). Nun geht es zur Abwechslung auf der Nordseite weiter.

Dabei wird der Kridlonkessel ohne großen Höhenverlust durchquert (das Auge des Hintersees bleibt ein gutes Stück unterhalb), um rechter Hand über einen Schutthang das Hinterseejoch (2482 m) zu gewinnen. Der jenseitige Abstieg führt in das Kar der Verborgenen Pleis, wo die Route noch oberhalb des Vordersees links abdreht und durch die brüchige, in zahlreiche Rippen und Rinnen gegliederte Schrofenflanke der Vorderseespitze quert (»Haasweg« mit Sicherungen).

Nach dieser etwas kitzligen Passage wird das sanfte Alperschonjoch (2303 m) durchschritten und über karge, mäßig geneigte Böden nördlich um die Samspitze herum ins Flarschjoch (2464 m) angestiegen. Dahinter auf den Rücken des Schafnock und zur himmelhoch über dem Stanzertal gelegenen Ansbacher Hütte (2376 m) mit dem Hohen Riffler im Verwall als Blickfang. Alternativ kann man aus dem Alperschonjoch auch die Samspitze (2624 m) direkt überschreiten; deren Südostrücken läuft genau bei der Hütte aus.

Tag 6-8: Erfahrene Berggeher erweitern die Tour mit dem Augsburger Höhenweg

Ansbacher Hütte – Memminger Hütte

Auf dieser Etappe wird der tiefste Punkt des Lechtaler Höhenweges erreicht, denn zwischendurch muss weit ins Parseiertal abgestiegen werden. Gerade in diesem Winkel zeigt sich jedoch das Landschaftsbild besonders wild und eindrucksvoll. Wir gehen anfangs ein Stück über den Schafnock zurück, halten uns bei der Gabelung rechts und steigen zur Kopfscharte (2484 m) an. Eine Querung durch ein Blockfeld bringt uns hinüber zur zweiten Lücke, dem Winterjöchl (2528 m), der folgende Anstieg durchs Obere Grießl dann in die Grießlscharte (2632 m).

Variante:
Für sehr erfahrene, ausdauernde Berggeher besteht die Möglichkeit, über den Augsburger Höhenweg die gleichnamige Hütte ins Programm einzubeziehen, um anschließend via Spiehlerweg wieder Anschluss an die übliche Route zu erhalten.

Durch das jenseitige Langkar – das oben sehr abschüssig beginnt und anschließend seinem Namen Ehre macht – steht jetzt der weiteste Abstieg an einem Stück bevor: über 900 Meter Höhenverlust bis zur Brücke über den Parseierbach (1723 m). Zumindest ein Teil davon muss im Gegenanstieg zur Memminger Hütte wieder wettgemacht werden. Dort windet sich der Steig links haltend durch die Steilflanken, passiert den Tobel des Bärenpleistals sowie einige weitere Rinnen und gewinnt durch eine Hangmulde das Wiesenplateau, auf dem die Memminger Hütte (2242 m) steht. Hier kreuzen sich übrigens E5, Lechtaler Höhenweg und andere Steige, weshalb die Memminger Hütte zu einem der meistfrequentierten Punkte in den Lechtalern avanciert ist. Die Umgebung mit den Seewiseen sowie der Blick auf die markante Freispitze sind freilich auch besonders reizvoll.

Memminger Hütte – Württemberger Haus

Huettentour Lechtaler Hoehenweg

Malerisch präsentiert sich die Umgebung der Steinseehütte.

Dieser Übergang verdient besondere Erwähnung, zumal auf ihm zwei stattliche Gipfel im Hauptkamm überschritten werden. Den Anfang machen allerdings der Untere und Mittlere Seewisee, die wir beim Aufstieg zur engen Seescharte (2599 m) passieren. Dahinter folgt erst einmal wieder eine typische Hangquerung bis in die Großbergscharte (2493 m), ehe kurz nacheinander Großbergkopf (2612 m) und Großbergspitze (2657 m) überschritten werden.

Letztere ist der höchste Punkt am gesamten Lechtaler Höhenweg, sofern man andere Gipfelabstecher nicht mitzählt. Der Blick von dort ist jetzt in den Kessel des Obermedriol gerichtet, wo das Württemberger Haus (2220 m) als nächstes Etappenziel steht. Über eine Felsstufe steigen wir ins Kar hinab und ziehen auf der linken Seite hinüber zu unserem Stützpunkt, der von sehenswerten Felsbauten eingerahmt ist.

Württemberger Haus – Steinseehütte

Vom Württemberger Haus über eine kurze Geländestufe zu einer Verzweigung und dort dem rechten Steig folgend ins Gebäudjöchl (2452m) hinauf. Ostseitig ein Stück abwärts, dann nach links am Fuß der Gebäudspitze entlang und noch etwas weiter absteigend um den Ausläufer der Roßköpfe herum. Durchs Roßkar geht es wieder bergauf, zuletzt sehr mühsam durch eine gesicherte Rinne ins Roßkarschartl (2450 m).

Nach wenigen Kehren links bis unter das Gufelgrasjoch, erst danach über den Sattel am Mittelbergkopf deutlicher bergab zum Fuß der Schneekarlesspitze und hinüber zur Steinseehütte (2061 m).

Huettentour Lechtaler Hoehenweg

Die Hanauer Hütte

Steinseehütte – Hanauer Hütte

Wieder eine kurze Etappe, die aus dem Steinseegebiet ins nordseitige Parzinn wechselt. Man steigt zunächst über Matten zum idyllischen Steinsee auf. Dort scharf links und durch eine etwas beschwerliche Rinne bis in die Vordere Dremelscharte (2434 m). Achtung: Den Abstecher zur Dremelspitze (2733 m), mit der wir uns hier unmittelbar auf Tuchfühlung befinden, sollten nur erfahrene Kletterer in Angriff nehmen (bis II in sehr unübersichtlichem und brüchigem Steilgelände!).

Auf der Nordseite öffnet sich der steinige Hang aus der Umklammerung der Felsen und läuft schließlich flach auf die Böden des Parzinn aus. Zwischen ein paar Latscheninseln hindurch zur Hanauer Hütte (1922 m). Variante: Vom Württemberger Haus führt eine ebenfalls sehr abwechslungsreiche Route in 4 1/2 Stunden via Bitterscharte und Gufelseejöchl zur Hanauer Hütte. Ein Kleinod ist dabei der tiefblaue Gufelsee.

Hanauer Hütte – Muttekopfhütte

Mit diesem letzten Übergang wird es nochmals richtig alpin. An den drei Wegverzweigungen hinter der Hanauer Hütte halten wir uns stets links und leiten damit die längere Aufwärtsquerung in den Flanken des Schlenkermassivs ein. Nachdem das Schlenkerkar ausgegangen ist, folgen einige Kehren über einen Steilhang ins Galtseitejoch (2421 m) hinauf.

Huettentour Lechtaler Hoehenweg

Wanderkarte – Hüttentour Lechtaler Höhenweg

Drüben rechts haltend zu einem Gratrücken, an dem sich der Abstieg in die Karmulde der Fundaisalm vollzieht. Der Gegenanstieg führt in die mürben Kübelwände, wo der Steig auf schrägen, gebänderten Felsschichten – so genannten Gosauschichten – ein wenig ausgesetzt höher zieht. Schließlich nach rechts hinauf in die Muttekopfscharte (2630 m), von der man sich den Abstecher auf den nahen Muttekopf (2774 m) nicht entgehen lassen wird. Anschließend auf der Südostseite im Zickzack über steiles, gerölliges Terrain bergab und durch den Taleinschnitt flacher auslaufend zur Muttekopfhütte (1934 m).

Muttekopfhütte – Hochimst

Am kürzesten über den exponierten Drischlsteig zur Bergstation unter dem Vorderen Alpjoch und mit den Imster Bergbahnen bequem hinab nach Hochimst (1050 m). Alternativ auch gänzlich zu Fuß auf Wanderwegen.