Hüttentour durch den Naturpark Texelgruppe

  • Region: AUT - Ötztaler Alpen
  • Dauer: 5 Tage
  • Höhenmeter: 3500 Hm

Die Texelgruppe, meist als südöstliches Anhängsel der Ötztaler Alpen beschrieben, weist nicht nur eine gewisse topografische Eigenständigkeit auf, sie unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den großen Gletscherarealen nördlich des Hauptkammes. Im Jahr 1976 wurden 334 Quadratkilometer dieser als »hochalpine Schatzkammer Merans« bezeichneten Bergregion zum Naturpark erklärt.

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Tag 1-3

Von Pfelders geht es zunächst zur Zwickauer Hütte und am zweiten Tag von dort weiter zur Stettiner Hütter.
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Tag 4-5

Auf dem „Franz-Huber-Steig“ geht es am dritten Tag von der Lodnerhütte zum Hochganghaus. Die letzte Etappe ist mit 6 Stunden Gehzeit noch einmal anspurchsvoller.
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Eckdaten zur Hüttentour durch den Naturpark Texelgruppe
Hütten Zwickauer Hütte (2979 m), Stettiner Hütte (2875 m), Lodnerhütte (2259 m), Hochganghaus (1839 m)
Talort / Ausgangspunkt Pfelders (1628 m) im gleichnamigen Seitental des Hinterpasseier; Busverbindung von Meran über St. Leonhard und Platt
Endpunkt Siehe Ausgangspunkt
Gehzeiten Pfelders – Zwickauer Hütte 4 Std. – Stettiner Hütte 4 Std. – Lodnerhütte 3 Std. – Hochganghaus 3 1/2 Std. – Pfelders 6 Std.
Anforderungen Überwiegend alpine Steige in teilweise steilem, ausgesetztem Gelände, vereinzelt gesicherte Passagen wie am Johannesschartl, am Franz-Huber-Steig oder am Hochgang. Schlüsselstelle ist gewöhnlich das Johannesschartl, das bei ungünstigen Verhältnissen rasch schwierig wird. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unerlässlich, konditionell dagegen höchstens durchschnittliche Anforderungen.
Karte Tabacco, 1:25 000, Blätter 039 »Passeiertal« und 011 »Meran und Umgebung«
Buchtipp Huettentreks AlpenMark Zahel: Hüttentreks
Die 55 schönsten Mehrtages-Wanderungen von Hütte zu Hütte in den Ostalpen. Dieser Wanderführer Hüttentouren ist ein Standardwerk für alle Hüttentrekker.

Hüttentour im kontrastreichen Naturpark Texelgruppe

Huettentour Naturpark Texelgruppe

Hüttentour Naturpark Texelgruppe

Ihre landschaftlichen Kontraste sind bestechend: Zu Beginn unserer Tour befinden wir uns auf dem Pfelderer Höhenweg unmittelbar am Südabfall des Ötztaler Hauptkammes, tauchen dann erst in die eigentliche Texelgruppe ein, und zwar zunächst in das von einem mächtigen Bergkranz umgebene Zieltal, wo uns die Lodnerhütte empfängt. In weiterer Folge orientieren wir uns am Franz-Huber- Steig zum Vinschgau hin, der bereits auffallend mediterrane Züge trägt und damit ganz im Gegensatz zum Inneren der Texelgruppe steht.

So wähnt man sich im Bereich der Spronser Seenplatte nämlich eher wieder in nordischen Gefilden, dermaßen herb wirkt die Landschaft mit ihren dunklen Gneisen und kristallinen Schiefern sowie den kühlen Seen, auf denen bis in den Sommer hinein Eisschollen treiben.

Die einzelnen Etappen sind übrigens bis auf die letzte nicht besonders lang, weshalb wir erwägen sollten, das Programm mit einigen attraktiven Gipfelzielen zu bereichern. Guten Bergsteigern stehen vor allem der Hintere Seelenkogel und die Hochwilde – beide fast dreieinhalbtausend Meter hoch – offen, zumal die jeweiligen Stützpunkte schon sehr weit oben liegen. Allerdings müsste das Gesamtniveau der Tour damit eher auf »schwierig« heraufgestuft werden. Ob mit oder ohne Abstecher – in jedem Fall bietet dieser Ausflug ein faszinierendes Kontrastprogramm in einem Gebiet, wo sich der Norden und Süden in spannungsreicher Art und Weise miteinander verbandeln.

 

 

Pfelders – Zwickauer Hütte

Hoch oben über Pfelders steht auf einem Vorsprung am Rande des Planferners die Zwickauer Hütte, die eine ungewöhnlich dramatische Geschichte hinter sich hat: 1899 von der Alpenvereinssektion Zwickau gebaut, wurde sie nach dem Ersten Weltkrieg enteignet und dem CAI Meran zugesprochen. Nach dem Niederbrand 1933 entstand 1960 ein Neubau, der 1965 vom Militär erneut beschlagnahmt und 1967 abermals zerstört wurde. Die heutige Hütte steht seit 1983 und wird hoffentlich nur noch der friedlichen Bergsteigerei dienen. Über 1300 Höhenmeter Steilaufstieg haben wir bis dort hinauf zu bewältigen.

Wir überschreiten am Ortsrand gleich den Pfelderer Bach und steigen im Bereich des Fernerbachs, später weit links davon, gegen die Schneidalm (2159m) auf. Sie bleibt schließlich knapp rechts. Über Matten bis auf die Kanzel der Oberen Schneid (2371m) und über den dort ansetzenden Schrofenrückenweiter in vielen Kehren empor. Man passiert die Abzweigung des Pfelderer Höhenwegs zur Stettiner Hütte und wenig später jene in die andere Richtung (Rauhes Joch).
Noch ein paar letzte Serpentinen und die Zwickauer Hütte (2979 m) ist gewonnen.

 

Zwickauer Hütte – Stettiner Hütte

Wanderkarte Huettentour Naturpark Texelgruppe

Wanderkarte: Hüttentour Naturpark Texelgruppe

Nach einer etwaigen Besteigung des Hinteren Seelenkogels (3489 m) begeben wir uns von der Zwickauer Hütte zunächst auf gleichem Weg wieder rund 200 Höhenmeter bergab. Dann nach rechts auf den Pfelderer Höhenweg abzweigen und quer durch steiles Geschröf und Blockwerk auf den Geländesporn des Bockbergs. Hier büßen wir weiter an Höhe ein, da eine Traverse durch die Flanken des Gurgler Kammes erst weiter untenmöglich wird. Nach etlichen Windungen passieren wir den tief eingekerbten Graben des Weittals und kommen dahinter zu einer angenehmeren Querung unter dem Rotegg. Hinter einer weiteren Bachrunse allmählich wieder leicht ansteigend, stets die Hochwilde sowie die Hohe Weiße mit dem Eisjöchl dazwischen im Vorausblick. Nach langer Traverse über Gras und Blockschuttmündet der Pfelderer Höhenweg in die besser ausgebaute Trasse des Meraner Höhenweges, hier gleichzeitig der normale Hüttenanstieg von Pfelders zur Stettiner Hütte (2875 m). Auf ihm das letzte Stück hinauf zum Etappenziel.

Stettiner Hütte – Lodnerhütte

Auch dieser Übergang ist nicht allzu lang, sodass man – falls äußere Bedingungen und eigene Verfassung stimmen – am Morgen die stolze Hochwilde (3480 m) besteigen kann. Anschließend wechselt man von der Stettiner Hütte über das nahe Eisjöchl (2895m). Jenseits nur kurz gegen das Pfossental abwärts, dann vom Meraner Höhenweg links weg und über die vom Schnalsberg abstreichende Rippe in das Vorfeld des Grubferners hinab. Man quert den Kessel über flache Böden an einem Moränensee vorbei (also nicht zu weit oben in den unwegsamen Flanken) und gelangt unter den Auslauf einer steilen Geröllrinne, die den Aufstieg ins Johannesschartl (2854 m) vermittelt. Diese Passage ist sicher die heikelste der gesamten Tour, einerseits aufgrund der enormen Steilheit, vor allem aber weil das Couloir brüchig und steinschlaggefährdet ist (Vorsicht, falls mehrere Personen unterwegs). An den Begrenzungsfelsen findet man Ketten, die sich vor allem bei Vereisung als hilfreich erweisen. Auf der Südseite des Johannesschartls zuerst über eine gesicherte Rampe steil bergab, danach kehrenreich in den hinteren Talkessel, wo das Gelände allmählich lieblicher wird. Nebenan beeindrucken die geologisch extravaganten Marmorberge Lodner und Hohe Weiße. Schließlich immer in Nähe des Zielbachs talauswärts bis zur Lodnerhütte (2259 m).

Lodnerhütte – Hochganghaus

Huettentour Naturpark Texelgruppe

Hüttentour Naturpark Texelgruppe

Die Verbindung zwischen diesen Stützpunkten trägt nach dem Mitbegründer des Alpenvereins Südtirol die Bezeichnung »Franz-Huber-Steig« und ist ein Vinschgauer Panoramaweg par excellence. Allerdings sind auch einige exponierte Passagen dabei; es handelt sich also keinesfalls um einen Trampelpfad für Massen.

Von der Lodnerhütte über den Zielbach und gemeinsam mit der Halsljoch-Route nach Südosten. Die Wege trennen sich, wir bleiben am rechten, unteren und queren über das Platteck in die steile Flanke hoch über der Ginglalm hinein. Man geht dort eine weite Geländebucht aus und gelangt zum ersten größeren Hindernis, einem Plattenschuss, der an Eisenkrampen überwunden wird. In der Folge quer durch eine verästelte Runse und zu einer Verzweigung, die zwei Möglichkeiten eröffnet.

So lässt sich die Kanzel der Sattelspitze (2428 m) entweder überschreiten oder kürzer, aber nicht minder ausgesetzt in der südseitigen Steilflanke umgehen. Nach einem Abstieg setzt sich die Traverse auf den Tablander Hochmähdern in der Südflanke des Tschigat fort, übersteigt noch eine große Geländerippe und taucht hinter der Hochbodenalm (2063 m) allmählich in bewaldetes Terrain ein. Zuletzt auf den zuvor unterhalb verlaufenden Meraner Höhenweg einmündend zum Wiesenbalkon mit dem Hochganghaus (1839 m).

 

 

Hochganghaus – Pfelders

Tourentipp: Entdecken Sie auch andere schöne mehrtägige Hüttentouren. Zum Beispiel eine Hüttenwanderung im Kleinwalsertal, Hüttenwandern im Rofangebirge, oder eine Hüttentour durch das Wettersteingebirge.

Die relativ lange Schlussetappe führt uns über die Spronser Seenplatte zurück nach Pfelders. Um dieses Herz der Texelgruppe zu erreichen, steht ein Steilanstieg in die Hochgangscharte (2441 m) bevor, der sich zwischen zerschlissenen Urgesteinsflanken emporwindet (im oberen Teil Kettensicherungen). In der Scharte öffnet sich plötzlich eine völlig andere Welt. Wir blicken in die herbe, skandinavisch anmutende Karlandschaft mit dem Langsee, an dem wir nun weit links ausholend vorbeigehen.

Von seinem Nordende über eine Geländestufe zum Grünsee hinab und nach Überschreiten des Abflusses am Gegenhang wieder hinauf. Der Weg zum Oberkaser bleibt rechts. Wir erreichen die Karstufe mit dem Schiefersee und im Linksbogen noch etwas weiter aufsteigend das Spronser Joch (2581 m). Jenseits könnte man ins Lazinser Tal absteigen; günstiger ist jedoch, rechts haltend das Faltschnaljöchl (2417 m) zu überschreiten und dann im parallel gerichteten Faltschnaltal das finale Bergab anzutreten. Bald schon rechts des Baches weit talauswärts zur Faltschnalalm (1871 m, Jausenstation) und das letzte Stück durch Wald zurück nach Pfelders.