Hüttenwandern in den Ammergauer Alpen

  • Region: D - Ammergauer Alpen
  • Dauer: 3 Tage
  • Höhenmeter: 2200 Hm

Zwischen dem Lechdurchbruch bei Füssen und dem Talbecken von Oberammergau werfen die Ammergauer Alpen einen ersten Vorgebirgsriegel auf, der im Gegensatz zu den etwas höheren Bergen im südlichen Teil des Ammergebirges, bestens mit Hütten erschlossen ist und zudem vom Maximiliansweg und vom E4 durchzogen wird. Spannender werden die Touren jedoch, wenn wir von den Hauptrouten abweichen und stattdessen den einen oder anderen Gipfel auf recht pfiffigen Steigen überschreiten.

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Tag 1+2

Die erste Etappe beginnt ruhig. Mit der Tegelbergbahn werden die ersten knapp 900 Hm problemlos überbrückt. Von dort beginnt der Anstieg bis zum Ahornsattel (1661 m).
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Tag 3+4

Auch der zweite Teil der Hüttenwanderung in den Ammergauer Alpen verläuft ohne größere Schwierigkeiten, dafür aber auf schönen Pfaden in herrlicher Landschaft!
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Hüttenwanderung in den Ammergauer Alpen
Hütten Tegelberghaus (1707 m), Kenzenhütte (1285 m), Brunnenkopfhäuser (1602 m), August-Schuster-Haus (1564 m)
Talort / Ausgangspunkt Talstation der Tegelbergbahn (821 m), 2 km südöstlich von Schwangau; Busverbindung von Füssen
Endpunkt Oberammergau (837 m); Bahnendhaltepunkt sowie Busverbindungen nach Füssen, Garmisch-Partenkirchen und Schongau
Gehzeiten Tegelberg – Kenzenhütte 5 1/2 Std. – Brunnenkopfhäuser 4 1/2 Std. – August-Schuster-Haus 4 Std. – Oberammergau 3 1/2 Std.
Anforderungen Nur teilweise gut ausgebaute Wanderwege, dagegen oft schmale Pfade in Gras und Schrofen. Der Routenverlauf weist zudem immer wieder Steilpassagen auf, mitunter muss auch etwas geklettert werden (I. Grad, z. T. Sicherungen). Die Überschreitungen von Krähe/Hochplatte sowie Hennenkopf/ Teufelstättkopf lassen sich notfalls auf leichteren Routen umgehen, nicht jedoch der ausgesetzte Klammspitzgrat. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unerlässlich, große Vorsicht bei Nässe! Konditionell im üblichen Rahmen.
Karte Bayerisches Landesvermessungsamt, 1: 50 000, Blatt UK L31 »Werdenfelser Land«
Buchtipp Huettentreks AlpenMark Zahel: Hüttentreks
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Tag: 1+2: Durch die nördlichen Ammergauer Alpen

Tegelberg – Kenzenhütte

Huettenwandern Ammergauer Alpen

Rückblick zur Hochplattengruppe beim Aufstieg vom Bäckenalmsattel zur Hirschwang

Mit der Tegelbergbahn werden die ersten knapp 900 Hm problemlos überbrückt. Von der Bergstation (1707 m) im Auf und Ab durch die Südflanken des Branderschrofen und der Ahornspitze bis in den Ahornsattel (1661 m). Dort Wechsel auf die andere Seite, nach Übersteigen einer kleinen Rippe quer durch eine Wiesenmulde und weiter in den Niederstraußbergsattel. Mit einer Kehre am Niederen Straußberg empor, dann quer durch die Flanke bis in den Schwangauer Kessel, aus dem etliche Kehren in den Gabelschrofensattel hinaufleiten.

Die direkte Route ins Kenzengebiet führt nun jenseits hinab (siehe Variante). Wir folgen hingegen rechts dem Grat auf die Krähe (2010 m), die nordseitig senkrecht abbricht. Die Überschreitung führt an einem lustigen Felsenfenster (»Fensterl«, 1916 m) vorbei, wo sich ebenfalls eine Abstiegsmöglichkeit zur Kenzen- hütte ergibt, doch steht mit der Hochplatte (2082 m) ja noch das Highlight des Tages bevor. Dem Westgrat folgend teilweise exponiert und mit Händeeinsatz hinauf zum Westgipfel, der den Ostgipfel um drei Meter überragt.

Variante: Wer sich die Überschreitung von Krähe und Hochplatte nicht zutraut, steigt vom Gabelschrofensattel nordostwärts ins Gumpenkar ab, überquert die latschen bestandenen Böden nach rechts und gewinnt in kurzem Gegenanstieg den Kenzensattel (1650 m) am Fuß der Hochplatte-Nordwand. Schließlich durch eine Karmulde und entlang einer Wasserfallstufe bergab zur Kenzenhütte. Ab Tegelberg insgesamt nur 4 Stunden.

Der Weiterweg leitet über den Ostgrat, der später in breitere Karrenfelder übergeht, wie man sie eher aus den Gebirgen zwischen Berchtesgaden und dem Salzkammergut kennt. Um die Kuppe des Schlössel herum und über Mattenböden Richtung Nordosten. Aus der Mulde zwischen Vorderscheinberg und Lösertalkopf schließlich links hinab und an einer Hirtenhütte vorbei zur Kenzenhütte (1285 m).

Kenzenhütte – Brunnenkopfhäuser

Huettenwandern Ammergauer Alpen

Der Hennenkopf in den Ammergauer Alpen

Erstes Zwischenziel ist heute der Bäckenalmsattel (1536 m), der von der Kenzenhütte durch eine Hangmulde erreicht wird. Von dort in Kehren über den Steilhang zur Linken auf das weitläufige Wiesenplateau der Hirschwang, wo gleich vorn ein uriges Jagdhüttchen steht. Nun im Schräganstieg über die Matten empor bis auf den Rücken, der zum Feigenkopf (1867 m) leitet.

Der grasbewachsene Grat zieht sich ein Stück fast horizontal dahin, ehe er steil in die Einschartung vor dem Aufschwung zur Klammspitze abfällt.

Das nun folgende ausgesetzte Stück ist der eigentliche Klammspitzgrat, über den sich der schmale Pfad, meist etwas in die südliche Flanke ausweichend, hinaufwindet. Zum Schluss wieder leichter bis auf den Gipfel der Großen Klammspitze (1924 m), dem Höhepunkt dieser Etappe.

Auch der Abstieg über den ostseitigen Normalweg besitzt noch einige Tücken, in den obersten Schrofenpartien etwa, vor allem aber beim Bergab von einer Schulter ins so genannte Wintertal, eine abschüssige Karmulde mit mürbem Untergrund und manchmal auch lästigen Schneefeldern. Unten im Bogen am Sockel der Felsen entlang und in leichtem Gegenanstieg Richtung Brunnenkopfhäuser (1602 m).

Tag 3+4: Eine Kammroute der Extraklasse

Brunnenkopfhäuser – August-Schuster-Haus

Der Hauptweg verbindet diese beiden Stützpunkte in nur 2 Stunden miteinander, kann aber – zumal häufig im Wald verlaufend – mit der hier beschriebenen Kammroute nicht mithalten. Drei Gipfel liegen am Weg und lohnen allemal den doppelten Zeitaufwand. Zunächst folgen wir dem breiten Hüttenweg abwärts, zweigen dann auf den Steig in Richtung Pürschling ab und verlassen diesen nach einigem Auf und Ab durch teils bewaldete Hänge auf einer Freifläche, wo der Hennenkopf ausgeschildert ist.

Gipfel am Weg

  • Ahornspitze (1784 m): 15 Min. Abstecher bei der 1. Etappe
  • Brunnenkopf (1718m): 20Min. von den Brunnenkopfhäusern
  • Hennenkopf (1768 m), Laubeneck (1758 m), Teufelstättkopf (1758 m): allesamt kurze Abstecher bei der 3. Etappe
  • Kofel (1342 m): 30 Min. vom Kofelsattel

Im Zickzack über den Grashang auf den Grat, über eine unbedeutende Erhebung hinweg und durch eine Art steinige Mulde auf den Hennenkopf (1768m). Diesen nun entweder überschreiten (etwas unübersichtlich) oder besser ein Stück zurück und dann unterhalb hindurchqueren. Wir verbleiben in der Folge im Bereich des nordseitig sanft abfallenden Kammrückens, der von Matten und Latscheninseln überzogen ist.

Nach einer Senke wieder leicht aufwärts und mit einem kurzen Abstecher längs der südlichen Abbruchkante aufs Laubeneck (1758 m). Danach wieder zurück auf den markierten Pfad und über eine Steilstufe abwärts auf ein abschüssiges Band, das unterhalb der senkrechten Ostwand des Laubenecks entlangführt. Ein erneuter Gegenanstieg bringt uns auf die Schulter am Teufelstättkopf (1758 m), wo sich der dritte kurze Abstecher anbietet. Zuletzt im Bogen hinab zum August-Schuster-Haus (1564 m), das auch als Pürschlinghaus bekannt ist.

August-Schuster-Haus – Oberammergau

Huettenwandern Ammergauer Alpen

Wanderkarte – Hüttenwandern Ammergauer Alpen

Auch im letzten Abschnitt können wir uns mit der Überschreitung des Sonnenberggrates ein besonderes Schmankerl gönnen, das allemal unterhaltsamer ist als der eintönige Normalabstieg über breite Ziehwege Richtung Oberammergau.

Schon wenige Minuten unterhalb der Hütte zweigen wir deshalb nach rechts ab. In der Folge muss ein Quergang über ein luftiges, südseitiges Band bewältigt werden, ehe der Steig an einer Scharte wieder auf die Nordseite überwechselt. Die Traverse führt im Auf und Ab stets weiter nach Osten, wobei an einigen Schrofenstellen Drahtseilsicherungen vorkommen.

Zwischendrin kann durch eine erdige Rinne in wenigen Minuten zur Sonnenspitze (1622 m) angestiegen werden, eine kleine Zusatzmühe nur, die jedoch mit einer großartigen Aussicht über das Graswangtal belohnt wird. Anschließend weiter bis zu einem Wiesenhang, dort abwärts in den Wald, wo man bald auf den Königssteig trifft. Auf ihm praktisch horizontal, aber ohne Aussicht bis zum Kofelsattel (1215 m).

Ein würdiger Abschluss mit ganz besonders packendem Tiefblick auf den Passionsspielort Oberammergau wäre jetzt noch der Kofel (1342 m), der über einen gesicherten Steig erreicht werden kann. Vom Kofelsattel leiten schließlich zahlreiche Kehren hinab zum südlichen Ende des Grottenweges; von dort nordwärts ins Zentrum von Oberammergau.