Ostallgäuer Höhenweg durch das König-Ludwig-Land

  • Region: D - Allgäuer Alpen
  • Dauer: 6 Tage
  • Höhenmeter: 7200 Hm

Vom reizvollen kleinen Städtchen Nesselwang im Ostallgäu führt uns der »Ostallgäuer Höhenweg« über die Höhen und Gipfel, aber auch drei Mal wieder ins Tal hinab in den Königswinkel. Der gesamte Weg startet zwar von Hindelang im Oberallgäu und endet in Halblech, wir steigen jedoch in das Kernstück des Weges ein, denn die Anbindung an das Oberallgäuer Wegenetz ist etwas gekünstelt.

Reizvolle Hütten, zwei Königsschlösser und ein ehemaliges Jagdhaus der bayerischen Könige liegen am Weg. Die wichtigen Hütten sind bereits im Mai bewirtschaftet, sodass wir bereits früh im Jahr auf Tour gehen können. Einige der höheren Gipfel werden wir dann allerdings umgehen müssen.

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Teil 1

Falls wir schon ein bisschen spät dran sind, lassen wir uns mit der Alpspitzbahn auf die Höhe tragen. Ansonsten beginnen wir unseren Weg am Bahnhof von Nesselwang und folgen der Ausschilderung zur Talstation der Bergbahn.
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Teil 2

Ausgeruht wandern wir zurück zur Breitenbergbahn und folgen kurz dem Fußweg an der Bundesstraße in Richtung Vils. Dann links in den Zirmenweg, über die Bahnlinie und die Vils hinweg, wo wir am Bergfuß auf einen Sandweg treffen.
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Teil 3

Bei dieser Etappe wandern wir durch die Pöllatschlucht zum Wasserfall. Wer möchte plant einen Abstecher zum Schloss Neuschwanstein ein.
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Eckdaten zum Ostallgäuer Höhenweg
Hütten Kappeler Alpe (1350 m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, Tel. 08361/32 53, Sportheim Böck (1461 m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, Tel. 08361/31 11, Gundhütte (1134 m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, Tel. 08363/17 77 oder 66 66, Ostlerhütte (1838 m), privat, nach den Osterferien bis Christi Himmelfahrt geschlossen, Tel. 08363/4 24, Hochalphütte (1530 m), privat, Tel. 08363/16 54, Allgäuer Berghaus (1509 m), privat, Tel. 08363/4 86, Bad-Kissinger-Hütte (1788 m), AV-Hütte, Kat. I, bewirtschaftet von Anfang Mai bis Ende Oktober, Tel. 0043/676/3 73 11 66, Säulinghaus (1720 m), TVN-Haus, von Mitte April bis Ende November bewirtschaftet, Tel. 0043/664/2 52 22 15, Berggasthaus Bleckenau (1167 m), privat, von Mitte Mai bis Mitte Oktober bewirtschaftet, Tel. 08362/8 11 81, Tegelberghaus (1707 m), privat, ganzjährig bewirtschaftet, Tel. 08362/89 80, Kenzenhütte (1294 m), privat, Tel. 08368/3 90
Start/ Ausgangspunkt Ortsmitte von Nesselwang (867 m)
Endpunkt Halblech (820 m) Rückkehr zum Ausgangspunkt: Mit dem Bus zurück nach Füssen bzw. Nesselwang. Von dort Bahnanschluss.
Gehzeiten Nesselwang – Sportheim Böck 2 Std.; Sportheim Böck – Gundhütte – Ostlerhütte 6 Std.; Ostlerhütte – Bad-Kissinger-Hütte 2 Std.; Bad Kissinger-Hütte – Pfronten-Stei- nach 2 Std.; Pfronten-Steinach – Falkenstein 1,25 Std.; Falkenstein – Saloberalm 2 Std.; Saloberalm – Alatsee – Füssen 2 Std.; Füssen – Alpsee – Hohenschwangau 1,5 Std.; Hohenschwangau – Tegelberghaus 2,5 Std.; Tegelberghaus – Kenzenhütte 3,5 Std.; Kenzenhütte – Halblech 3 Std. Gesamtgehzeit: ca. 28 Std.
Anforderungen Lange Wanderung mit drei großen Auf- und Abstiegen ins Tal. Der Abschnitt über den Aggenstein, der Trittsicherheit und Schwindelfreiheit voraussetzt, kann auf einer Variante umgangen werden. Einige Wegpassagen mit Drahtseilen gesichert.
Karte Topographische Karte 1:50 000 »Füssen und Umgebung« (LVG)
Buchtipp Wandern von Huette zu HuetteHeinrich Bauregger – Von Hütte zu Hütte
Hüttenzauber, Panoramablicke, Gipfelglück. Höhenwege zwischen Berchtesgaden und Oberstdorf. Die schönsten Hüttenwanderungen in den Bayerischen Hausbergen in einem Wanderführer Hüttentouren.

Von Nesselwang durch das König-Ludwig-Land nach Halblech

Ostallgaeuer Hoehenweg

Ostallgäuer Höhenweg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besonders beeindruckend auf unserem Weg sind die Ausblicke auf die Ostallgäuer Seen, die Durchwanderung der Pöllatschlucht und die Ersteigung imposanter Gipfel. Die Strecke ist aber nicht für »Jochbummler« gedacht, denn die Tagesetappen sowie die Gipfeleinlagen sind anspruchsvoll.

Zur Abkühlung liegen mehrere Bademöglichkeiten direkt an der Strecke: Alatsee, Obersee, Schwansee und Alpsee. Falls wir den einen oder anderen Tag mehr einplanen, sollten wir uns den Besuch eines Schlosses oder eine Runde durch die ehemals Freie Reichsstadt Füssen nicht entgehen lassen.

1. Etappe: Nesselwang – Sportheim Böck

Falls wir schon ein bisschen spät dran sind, lassen wir uns mit der Alpspitzbahn auf die Höhe tragen. Ansonsten beginnen wir unseren Weg am Bahnhof von Nesselwang und folgen der Ausschilderung zur Talstation der Bergbahn. Von dieser führt der »Ostallgäuer Höhenweg« rechts hinüber zum kleinen Dorf Bayerstetten und dort links auf dem Alpweg hinauf zur Bayerstettener Alpe (1199 m). Weiter geht es nun auf Steig durch Wald hinauf zum bewaldeten Kamm »Auf dem Grat«. Im spitzen Winkel geht es links zur Alpspitze (1575 m), die uns einen herrlichen Panoramablick bietet. Jenseits hinab und über freies Gelände zum Sportheim Böck (heute Berglodge).

2. Etappe: Sportheim Böck – Gundhütte – Ostlerhütte

Ostallgaeuer Hoehenweg

Der Alpsee kann auf schönen Wanderwegen umrundet werden, bevor wir weiterwandern zum Tegelberghaus.

Vom Sportheim Böck wandern wir am nächsten Morgen zurück in den Sattel zwischen Alpspitze und Edelsberg. Dort halten wir uns links und fol- gen der Ausschilderung zur Gundhütte. Es geht links am Edelsberg vorbei, dann – zweimal eine Forststraße querend – durch Wald hinab zur bewirtschafteten Gundhütte (1134 m). Von dieser geht es steil hinab ins Vilstal (nach rechts Abstecher zur »Vilstalsäge«).

Wir halten uns links, gehen kurz talabwärts, queren nach etwa 400 Metern rechts über die Vils, wandern weiter an ihr entlang, bis rechts eine Forststraße ins »Himmelreich« abzweigt. Wir wandern links um den Kienberg herum und auf der anderen Seite auf einem Alpweg ins nächste Tal hinab. Wir unterqueren die Straße und wandern links vor zur Fallmühle, wo wir einkehren können. Anschließend queren wir die Steinacher Achen und folgen dem markierten und ausgeschilderten Bergweg. Der schattige Weg führt uns durch Nadelwald bald steil in Serpentinen hoch zum langen Westkamm des Breitenbergs, den wir auf einer Höhe von 1561 Metern erreichen. Links weiter – immer auf dem breiten Kamm – aussichtsreich hinauf zur Ostlerhütte auf dem Gipfel des Breitenbergs.

3. Etappe: Ostlerhütte – Bad-Kissinger-Hütte

Von der privaten Unterkunftshütte wandern wir auf der anderen Seite auf dem breiten Wanderweg durch Latschen hinab bis in den Breitenbergsattel (links Abstieg zur Bergstation der Breitenberg- bahn). Wir gehen geradeaus (Wegtafel »Aggenstein«) direkt auf den Aggenstein zu. Zunächst über Alpweiden, dann in Serpentinen auf die Ostschulter. In direkter Linie geht es dann hinauf zum Gipfel (Drahtseilsicherungen und Ketten), den ein mächtiges Holzkreuz schmückt. Jenseits wandern wir über ein paar gesicherte Passagen und auf leichterem Bergwanderweg weiter zur Bad-Kissinger-Hütte.

4. Etappe: Bad Kissinger-Hütte – Pfronten

Von der AV-Hütte folgen wir kurz der Route zum Füssener Jöchl (Mark.-Nr. 414), bis links der Abstiegsweg über den »Bösen Tritt« nach Pfronten abzweigt. Über steile Serpentinen hinab zur Wegverzweigung am Beginn des Ostgrats. Bei der Diensthütte am Fuß des Ostgrats zweigt rechts der Abstiegsweg durch die Reichenbachklamm (Wegweiser) ab. Auf schmalem Weg durch Wald zur Talstation eines Lifts; dann kurz auf Wirtschaftsweg weiter, bis rechts der Weg zur Reichenbachklamm abzweigt, die wir mit Drahtseilen und Geländern gut gesichert passieren. Allmählich wei- tet sich das Bergtal, und bei der Talstation eines Materiallifts folgen wir links den Wegweisern zurück zur Talstation der Breitenbergbahn. Von dort ist es nur ein paar Minuten nach Pfronten, wo wir uns nach einem Quartier umschauen können.

Ein freier Blick auf das Vilstal

Ostallgaeuer Hoehenweg

Schloss Hohenschwangau wurde erst im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil errichtet.

5. Etappe: Pfronten – Burg Falkenstein – Alatsee – Füssen

Am nächsten Tag wandern wir zurück zur Breitenbergbahn und folgen kurz dem Fußweg an der Bundesstraße in Richtung Vils. Dann links in den Zirmenweg, über die Bahnlinie und die Vils hinweg, wo wir am Bergfuß auf einen Sandweg treffen. Auf diesem kurz nach links und sogleich rechts auf den ausgeschilderten Pfad, der den Südanstieg zum Falkenstein vermittelt. Bei einer Wegkreuzung geradeaus.

Erst im oberen Teil haben wir endlich wieder einen freien Blick auf das Vilstal. Am Wandfuß des Falkensteins befindet sich unter einem überhängenden Wandteil die Mariengrotte (1200 m) mit einem schönen Rastplatz. Anschließend folgen wir dem linken Weg hinauf zur Burggaststätte. Ein gut ausgebauter Steig mit vielen Stufen und Geländer leitet uns zur Burgruine Falkenstein. Anschließend gehen wir links um das Burghotel herum und folgen dem Zufahrtssträßchen. Bei der ersten Kehre rechts ab auf einen Pfad, der die Straßenkehren abkürzt. Dort, wo dieser wieder auf die Straße trifft, zweigt rechts der Zugang zum Salobergrat ab.

Wir folgen dem Wegweiser bergan durch Wald seitlich an der felsigen Bergflanke entlang und steigen dabei immer höher. Nach einer halben Stunde Gehzeit ist die aussichtsreiche Grathöhe erreicht. Bald geht es steil durch Wald hinab. Beim Grenzschild müssen wir uns rechts halten und immer der roten Markierung folgen. Wir kommen dann zum Vierseenblick und folgen anschließend der Ausschilderung zur Saloberalm. Nach der Einkehr auf Wirtschaftsweg hinab zum Alatsees, links oder rechts um diesen herum und im Faulenbacher Tal weiter. Vorbei am Ober- und Mittersee erreichen wir Bad Faulenbach. Nun entweder links haltend in die ehemalige Freie Reichsstadt Füssen oder rechts haltend weiter zum Lechfall.

 

 

6. Etappe: Füssen – Hohenschwangau

In Füssen queren wir den Lech und steigen jenseits auf dem Königsweg an. Bald zweigt rechts der Alpenrosenweg ab, der uns überwiegend durch Wald (Achtung: Es gibt hier keine »Alpenrosen«!) zum Schloss Hohenschwangau führt. Dort rechts haltend hinab zum Alpsee und zum Großparkplatz der Königsschlösser. Hier können wir uns ebenfalls um ein Quartier bemühen.
Schloss Neuschwanstein liegt nicht direkt am Weg: Falls wir in Hohenschwangau nächtigen, können wir die Besichtigung am Ende der Tagesetappe dranhängen oder am nächsten Tag nach der Durchwanderung der Pöllatschlucht einen Abstecher dorthin machen.

Möglicher Abstecher zum Schloss Neuschwanstein

7. Etappe: Hohenschwangau – Pöllatschlucht – Tegelberghaus

Gipfel am Weg

  • Salpspitze (1575 m), einfach, wird auf unserer Route überschritten
  • Breitenberg (1838 m), Trittsicherheit erforderlich
  • Aggenstein (1986 m), Trittsicherheit/Schwindelfreiheit erforderlich
  • Säuling (2047 m), Trittsicherheit/Schwindelfreiheit erforderlich
  • Branderschrofen (1880 m), Trittsicherheit/Schwindelfreiheit erforderlich; einige Drahtseilsicherungen am Gipfelgrat. Anstieg vom Tegelberghaus 30 Min., Abstieg zum Unterkunftshaus 20 Min.; insgesamt: ca. 1 Std.
  • Hochplatte (2082 m), Trittsicherheit/Schwindelfreiheit erforderlich, an einigen Stellen Drahtseilsicherung. Am anspruchsvollsten ist der Westgrat (Bergerfahrung erforderlich), sonst besser zurück auf dem Anstiegsweg. Anstieg von der Kenzenhütte 2,5 Std., Abstieg zur Hütte 2 Std.; insgesamt: 4,5 Std.

In Hohenschwangau rechts haltend zur Gipsmühle am Bergfuß, wo sich der Zugang zur Pöllatschlucht befindet. Zunächst auf breitem, ausgeschildertem Wanderweg zum Schluchteingang, dann über einen gut angelegten, teilweise im Fels verankerten Steig hinauf zum Wasserfall und rechts zur »Jugend« (dort ginge es rechts zum Schloss Neuschwanstein). Wir queren links die Marienbrücke und steigen in zahllosen Serpentinen hinauf zur Westschulter des Tegelbergs. Unser Steig führt dann auf der Nordseite des Berges weiter und quert unter der Seilbahn hindurch (links mündet der Gelbe-Wand-Steig ein). Geradeaus weiter, dann rechts auf breitem Weg aufwärts – erneut unter der Seilbahn hindurch – zum Tegelberghaus.

8. Etappe: Tegelberghaus – Kenzenhütte

Vom Tegelberghaus auf markiertem Weg (Mark.- Nr. 215; E 4) durch die Südhänge des Branderschrofens hinab zum Branderfleck (Wegkreuzung). Dort geradeaus weiter und in Kehren bergan, seitlich am Ahornkopf vorbei und durch ein Hochtal zum Niederstraußbergsattel (1580 m). Hier geradeaus und runter zum Ochsenängerle. Bei der Wegverzweigung links halten und auf Steig (Mark.-Nr. 201) hinauf durch das Köllebachtal zu einem quer führenden Weg. Dort rechts zum Sattel zwischen Hochplatte und Hochblasse. Wir steigen auf der Südseite der Hochplatte ab bis zum tiefsten Punkt (1466 m) im obersten Roggenbachtal. Dann wieder ansteigend zum Weitalpjoch (1806 m). Auf gutem Weg (Mark.-Nr. 201) rechts haltend durch Karrenfelder und Latschen, seitlich am Lösertaljoch vorbei, bei der Wegverweigung links zu einer Hirtenhütte und in Kehren hinab zur Kenzenhütte, unserer letzten Übernachtungsstation.

9. Etappe: Kenzenhütte – Halblech

Von der Kenzenhütte fährt ein Kleinbus ins Tal nach Halblech. Wir können aber auch dem Wanderweg entlang der Straße folgen, müssen jedoch streckenweise auf dieser gehen.