Schöne Rundtour durchs Kaisergebirge

  • Region: AUT - Kaisergebirge
  • Dauer: 4 Tage
  • Höhenmeter: 2900 Hm

Das Kaisergebirge teilt sich deutlich in zwei verschiedenartige Bereiche auf, als wolle es wie bei einer guten Theaterinszenierung die Kulissen dramaturgisch steigern: Im Norden steht der Zahme Kaiser als eine Art Vorwerk, südlich der großen Achse Kaisertal – Stripsenjoch – Kaiserbachtal hingegen das eigentliche Paradestück, der zacken- und türmegespickte Wilde Kaiser. Auf unserer Runde von Kufstein nach Kufstein durchlaufen wir beide Areale und gewinnen so Einblick in die unterschiedlichen Charaktere. Fast zwangsläufig beginnen wir den Streifzug am Zahmen Kaiser, dringen von dort zum Stripsenjoch, einstige Hochburg der Münchner Kletterschule, vor und sehen anschließend etwas beklommen den düsteren Mauern des Wilden Kaisers entgegen. Knackpunkt der Tour und Höhepunkt in jeder Hinsicht ist der Übergang vom Stripsenjoch über das Ellmauer Tor zur Gruttenhütte, mit dem Aufstieg durch die einzigartige Steinerne Rinne zwischen Fleischbank und Predigtstuhl.

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Tag 1+2

Die Tour beginnt mit der legendären Sparchenstiege, dem steilen Treppenweg, der uns in die abgeschlossene Welt des Kaisertals entlässt.
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Tag 3+4

Rund ein halbes Dutzend markierter Übergänge gibt es in der schroffen Kette des Wilden Kaisers und erwartungsgemäß ist keiner davon leicht.
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Eckdaten zur Rundtour durchs Kaisergebirge
Hütten Vorderkaiserfeldenhütte (1388 m), Stripsenjochhaus (1577 m), Gruttenhütte (1620 m), Kaindlhütte (1293 m)
Talort / Ausgangspunkt Kufstein-Sparchen (496 m), Parkplatz am Eingang ins Kaisertal, 2 km vom Bahnhof Kufstein, Bushaltestelle
Endpunkt Kufstein-Sparchen (496 m), Talstation der Sesselbahn zum Brentenjoch unweit des Ausgangspunktes
Gehzeiten Kufstein – Vorderkaiserfeldenhütte 2 3/4 Std. – Stripsenjochhaus 4 Std. – Gruttenhütte 4 Std. – Kaindlhütte 5 1/2 Std. – Kufstein 1 Std.
Anforderungen Die beiden Höhenwege an den Südflanken des Zahmen und Wilden Kaisers sind vollkommen unschwierig und auch für weniger Geübte geeignet. Dazwischen liegt allerdings die ziemlich anspruchsvolle Etappe über das Ellmauer Tor, die am Eggersteig durch die Steinerne Rinne Klettersteigcharakter aufweist. Absolute Trittsicherheit unbedingt notwendig, was auch für die kurze Traverse durchs Wilde Gschloss (Jubiläumssteig) gilt. Ausdauermäßig liegen die Etappen im normalen Rahmen.
Karte Alpenvereinskarte, 1: 25 000, Blatt 8 »Kaisergebirge«
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Tag: 1+2: Am zahmen und am Wilden Kaiser

Kufstein – Vorderkaiserfeldenhütte

Rundtour Kaisergebirge

Herbststimmung am Zahmen-Kaiser-Höhenweg

Die Tour beginnt mit der legendären Sparchenstiege, dem steilen Treppenweg, der uns in die abgeschlossene Welt des Kaisertals entlässt. Immer wieder ist von einem der schönsten Hochtäler im nördlichen Alpenraum die Rede. Wir gehen am Veitenhof vorbei, zweigen aber noch vor dem Pfandlhof links ab und folgen dem Ziehweg hinauf zur Rietzalm (1161 m), von deren Freifläche sich eine wunderbare Aussicht auf den westlichen Teil des Wilden Kaisers bietet. Noch einige Kehren und die oberhalb gelegene Vorderkaiserfeldenhütte (1388m) ist erreicht. Hier überzeugen auch die Blicke übers Inntal, das wir immerhin schon 900 Meter unter uns gelassen haben.

Vorderkaiserfeldenhütte – Stripsenjochhaus

Variante: Noch vielseitigere Eindrücke vermittelt der Gang über das Hochplateau des Zahmen Kaisers via Petersköpfl, Einser- und Zwölferkogel, Vogelbad und Elferkogel bis zur Pyramidenspitze (1997 m). Von dort steigt man durch die steile Karmulde der Ochselweid zum Höhenweg ab, dessen erster Teil damit ausgelassen wird. Mehraufwand etwa 2 1/2 Stunden.

Der Höhenweg hinüber zum Stripsenjoch quert in leichtem Auf und Ab die Südflanke des Zahmen Kaisers und verläuft dabei auf halber Höhe vorwiegend durch lichten Wald und Krummholz, jedoch immer wieder mit schönen Ausblicken. Nach rund einer Stunde kreuzt man die Route Hinterbärenbad – Pyramidenspitze, kommt kurz darauf an der Kaiserquelle vorbei und umgeht den Felsausläufer der Hinteren Kesselschneid. Nun oberhalb der tiefen Runse des Bärentals entlang und etwas absteigend auf den weiten Wiesensattel der Hochalm (1403m).

Gipfel am Weg

  • Naunspitze (1633 m): 40 Min. von der Vorderkaiserfeldenhütte
  • Stripsenkopf (1807 m): 40 Min. vom Stripsenjochhaus
  • Hintere Goinger Halt (2192 m): 35 Min. vom Ellmauer Tor

Im letzten, besonders reizvollen Teil der Etappe warten noch zwei Gegensteigungen: Zunächst an der Kuppe des Ropanzen vorbei und nach dem Zwischenabstieg in den Feldalmsattel (1433 m) nochmals bergauf, um nach einer Geländekante die letzte Querung zum Stripsenjochhaus (1577 m) zu vollziehen, das vom mächtigen Totenkirchl scheinbar erdrückt wird. Jetzt sind wir im Herzen des Kaisergebirges angelangt, das wir am besten am nahe gelegenen Stripsenkopf (1807m) auf uns wirken lassen können.

Tag 3+4: Die berühmteste Route – die Steinerne Rinne

Stripsenjochhaus – Gruttenhütte

Rundtour Kaisergebirge

Am Weg zur Gruttenhütte

Rund ein halbes Dutzend markierter Übergänge gibt es in der schroffen Kette des Wilden Kaisers und erwartungsgemäß ist keiner davon leicht. Die berühmteste Route – und auch Kernstück unserer Tour – ist die Steinerne Rinne hinauf zum Ellmauer Tor, das sich von unten gesehen als überdimensionales »U« zeigt. Vom Stripsenjoch müssen wir erst einmal auf der Ostseite ein Stück absteigen. Beim so genannten Wildanger rechts auf dem Eggersteig weiter, der auf teilweise gesicherten Bändern um den Sporn der Fleischbank herumführt und so die Steinerne Rinne oberhalb ihrer ungangbaren Abbrüche erreicht.

Im Zickzack mit Drahtseilunterstützung durch den steilen unteren Teil der breiten Schlucht hinauf, zur Linken die Felsen des Predigtstuhls, rechts die mauerglatten Wände von Fleischbank und Christaturm. Weiter oben auf geröllreichem Weg allmählich weniger steil bis in den Sattel des Ellmauer Tores (2006 m), wo sich erstmals der Blick nach Süden bis zu den Hohen Tauern öffnet. Viele nehmen hier den Gipfel der Hinteren Goinger Halt (2192 m) mit, der als leichtester im Wilden Kaiser gilt. Anschließend auf der Südseite durch das schuttgefüllte Kübelkar hinab und im unteren Teil an die rechtsseitigen Begrenzungsfelsen heran, wo der Jubiläumssteig ansetzt.

Mit prächtigen Nahimpressionen aus einer wild zerklüfteten Hauptdolomitlandschaft führt dieser über ausgesetzte Bänder gut gesichert durchs so genannte Wilde Gschloss. Am Ende auf die freie Hangterrasse hinaus und in wenigen Schritten zur Gruttenhütte (1620 m), dem wichtigsten Stützpunkt auf der Kaiser-Südseite.

Gruttenhütte – Kaindlhütte

Nachdem wir mit dem Jubiläumssteig schon das spektakulärste Teilstück des Wilden-Kaiser-Steiges genossen haben, steht heute fast dessen gesamter westlicher Abschnitt auf dem Programm. Zuerst wird ein großer Bogen um das Massiv des Treffauers geschlagen, das sich von der Hauptkette deutlich nach Süden vorschiebt. Dabei eine ganze Weile leicht abwärts, später mit ein wenig Auf und Ab durch gegliederte Flanken zur Kaiser-Hochalm (1417 m), die ein wahrhaft uriges Ambiente verströmt. Hier zweigt die Route zum Scheffauer ab. Nächstes Zwischenziel ist die Steiner-Hochalm (1257 m), bei der mehrere Wege eintreffen.

Rundtour Kaisergebirge

Höchster Gipfel im Wilden Kaiser ist die Ellmauer Halt.

Rundtour Kaisergebirge

Wanderkarte: Rundtour Kaisergebirge

Wir halten uns in westlicher Richtung weiterhin an den Wilden-Kaiser-Steig, der durch überwiegend bewaldete Flanken, unterbrochen durch einige Schutthalden, zur Walleralm hinüberleitet. Auf der großen Lichtung, knapp oberhalb des Almdorfs, scharf nach rechts und nochmals ein gutes Stück bergauf zum kreuzgeschmückten Hochegg (1470 m). Jenseits der Kuppe auf die Weideböden der Steinbergalm hinab, wo auch die Kaindlhütte (1293 m) steht.

Kaindlhütte – Kufstein

Diesen kurzen Schlussabschnitt wird man meist noch am gleichen Tag anhängen. Von der Kaindlhütte in einer knappen Stunde zum Brentenjoch (1204 m), wo man sich in den Sessellift setzen und gemütlich nach Kufstein-Sparchen hinabschweben kann.

Variante: Während unsere Normalroute dem Westeck des Wilden Kaisers großräumig ausweicht, können gute Bergsteiger ab Kaiser-Hochalm auch den sehr alpinen Weg über den Scheffauer (2111 m) wählen. Dafür muss im Bergauf die steile, südostseitige Schrofenflanke (Stellen I) durchstiegen werden, im Bergab der noch eine Spur schwierigere Widauersteig (Sicherungen). Mit einer Gesamtgehzeit von fast 6 Std. etwas zeitaufwändiger.