Touren rund um die Schwarzenberghütte

  • Region: D - Allgäuer Alpen
  • Dauer: 1 Tag
  • Höhenmeter: 1200 Hm

Paradies nennen Einheimische und Gebietskenner den sonnigen Hang mit den großen, alten Ahornbäumen, an dem die Schwarzenberghütte auf rund 1400 Meter Höhe über dem Hintersteiner Tal thront. Sie ist im Besitz der Sektion Illertissen des Deutschen Alpenvereins und gehört zu den wenigen Alpenvereinshütten in den Allgäuer Alpen, die auch im Winter geöffnet sind.

Seit rund 20 Jahren wird die Hütte von Evi und Albert Hanschek bewirtschaftet, beide sind Hüttenwirte aus Leidenschaft. Hanschek ist gelernter Koch und brutzelt noch gerne auf dem Holzfeuer seines alten Herdes. »Frisch ist am besten«, lautet seine Devise, und so fährt er täglich zum Einkaufen hinab ins Tal, wo er vorwiegend regionale Produkte einkauft. Der Kaiserschmarrn der Hütte ist ein Genuss, die Küche ist deftig und die Fans von Wildgerichten kommen hier während der Jagdsaison im Herbst voll auf ihre Kosten und planen meist auch zwischen dem 25. Dezember und 10. Januar einen Hüttenbesuch ein, denn dann gibt’s frischen Gamsbraten.

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Die Hütte

Die Schwarzenberghütte wurde von 1999 bis 2001 zu einer zeitgemäßen Berghütte umgebaut, mit modernen Sanitäranlagen inklusive Duschen.
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Touren

Eine leichte Tour mit 900 Hm Auf- und Abstieg, die hin und zurück vier bis fünf Stunden dauert, ist der Große Daumen.
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Eckdaten zur Schwarzenberghütte
Hütten Schwarzenberghütte  (1380 m), Erbauer: DAV-Sektion Illertissen, 1947–50, Bewirtschaftet von Ende Dezember bis Ende Oktober, Kapazität: 46 Lager, 8 Notlager, offener Winterraum (8 Plätze), Kontakt: Hüttenwirte Evi und Albert Hanschek, Schwarzenberg 17, 87541 Hinterstein, Tel. Hütte: 0173/392 77 66
Ausgangs-/ Endpunkt Giebelhaus, Ortsteil Hinterstein der Gemeinde Hindelang; Haltestelle Hubertuskapelle, ca. 1 km vor dem Giebelhaus
Anfahrt Über Hindelang nach Hinterstein (großer Parkplatz), per Bus weiter zum Giebelhaus (1068 m) bzw. zur Haltestelle an der Hubertuskapelle kurz davor. Bahnverbindung nach Sonthofen, von dort per Bus über Hindelang nach Hinterstein. Weiter mit dem Bus zum Giebelhaus. Infos zum Busverkehr Hinterstein–Giebelhaus: Tel. 08324/9 32 30 www.wechs.net/html/busverkehr.html
Gehzeiten Ab Hubertuskapelle 1 Std
Anforderungen Leicht, breiter, schattiger Weg mit angenehmer Steigung
Karte Bayerisches Landesvermessungsamt München UK L8, Allgäuer Alpen, 1:50 000
Buchtipp Huettenwandern Allgaeu und LechtalGaby Funk, Georg Hohenester – Hüttenwandern Allgäuer und Lechtaler Alpen
35 detailliert beschriebene Wanderungen zu Hütten in den Allgäuer und Lechtaler Alpen –mit mehreren Wegvarianten unterschiedlicher Schwierigkeit in einem Hüttentouren-Buch.

Die kleine, feine Hütte im Paradies

Schwarzenberghuette Touren

Auf dem Gipfel des Großen Daumen (2280 m)

Umbau zur Umwelthütte

Die inzwischen als Schwarzenberghütte bekannte Hütte wurde von 1999 bis 2001 zu einer zeitgemäßen Berghütte umgebaut, mit modernen Sanitäranlagen inklusive Duschen. Ein vorbildliches ökologisches Energiekonzept mit Solarmodulen und einem mit Flüssiggas betriebenen Blockheizkraftwerk sowie eine biologische Abwasserreinigung sorgen für Komfort auf umweltfreundlicher Basis. Zwei große, gemütliche Gastzimmer und sieben Schlafräume mit jeweils vier bis zehn Lagern stehen zur Verfügung, im Nebenzimmer finden Ausbildungslehrgänge statt.

Ideal ist die Hütte auch für Familien mit Kindern oder Jugendgruppen: Es gibt einen Jugendraum, ein kleiner Klettergarten befindet sich direkt hinterm Haus, und ein größerer mit acht eingerichteten Routen vom III. bis zum oberen VI. Schwierigkeitsgrad wurde von der Jugendbildungsstätte des Deutschen Alpenvereins in Hindelang im Schwarzen Hauptdolomit der Unteren Seewände unterm Engeratsgundsee eingerichtet. Zur Hütte gehören auch noch einige Tiere wie ein Pony, ein Esel und Schweine. Der Zustieg von einer Stunde ist außerdem noch kurz – für Kinder ist das also wirklich das Paradies.

Vom Giebelhaus führt ein steiles Alpsträßchen hinauf zur Hütte. Es ist eine Herausforderung für konditionsstarke Biker, die mit der Zufahrt ab Hinterstein eine landschaftlich reizvolle Tour machen können.

Im Winter ist dieses Sträßchen der normale Zustieg und zudem eine beliebte Rodelstrecke. Das Skitourengebiet um den Großen Daumen bietet einige anspruchsvolle Ziele für erfahrene Skitourengeher. Etwa einen Kilometer vor dem Giebelhaus befindet sich bei der Hubertuskapelle an der alten Ostrachbrücke eine Bushaltestelle. Dort beginnt der leichte, schöne Sommer-Wanderweg zur Hütte, der in etwa einer Stunde in weiten, angenehmen Kehren durch den Schatten spendenden Wald hinaufführt zur Hütte.

Beeindruckender Panoramablick beim Übergang vom Großen zum Kleinen Daumen.

Großer Daumen (2280 m)

Schwarzenberghuette Touren

Beeindruckend ist der Panoramablick beim Übergang vom Großen zum Kleinen Daumen.

Eine leichte Tour mit 900 Hm Auf- und Abstieg, die hin und zurück vier bis fünf Stunden dauert, ist der Große Daumen. Von der Hütte steigt man hinauf zur Brücke an der Käseralpe, überquert den Bach und folgt dem Wanderweg hinauf zum Südufer des Engeratsgundsees. Auf dem Uferweg gelangt man zur kleinen Hütte und wandert über den beschilderten Pfannenhölzer Weg zum Laufbichelsee. Dort zweigt der Pfad ab, der steil hinaufführt in den Sattel, in dem der Hindelanger Klettersteig endet. An der rechten Seite des Sattels steigt man über den breiten, bewachsenen Kamm, Glasfeld genannt, in angenehmen Serpentinen hinauf zum Gipfelkreuz des Großen Daumens. Für die Überschreitung steigt man nach Nordosten in eine kleine Felsscharte ab und geht nach kurzem Gegenanstieg weiter in Richtung Kleiner Daumen. Über eine kurze Felsflanke gelangt man in eine Scharte, von der ein Weg rechts (südlich) hinabführt zum Engeratsgundsee. Über den bekannten Weg geht es nun hinab zur Hütte.

Schwarzenberghuette Touren

Wanderkarte – Touren rund um die Schwarzenberghütte

Über die Hohen Gänge

Übergänge
Zum Prinz-Luitpold-Haus sind es 400 Hm Aufstieg, 485 Hm Abstieg und zehn Kilometer in drei bis vier Stunden.
Zum Edmund-Probst-Haus Station Höfatsblick der Nebelhorn-Seilbahn geht es über das Koblat (Aufstieg 650 Hm, Abstieg ca. 150 Hm, leicht, 3–3 1/2 Stunden).
Zum Prinz-Luitpold-Haus wandert man über das Giebelhaus (leicht, Abstieg 315 Hm, Aufstieg 780 Hm, ca. 3 Std.).
Zur Schwarzenberghütte sind es 250 Hm Aufstieg, 800 Hm Abstieg und neun Kilometer in zwei bis drei Stunden.

Die Tour über die Hohen Gänge (mittel, ca. 1100 Hm Aufstieg, 1280 Hm Abstieg bis nach Hinterstein) dauert sechs bis sieben Stunden und verlangt Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Bei Nässe ist sie heikel. Der Aufstieg führt zum Engeratsgundsee, dann rechts vom See übers »Türle« in die bereits beschriebene Scharte zwischen dem Großen und Kleinen Daumen. Von dort folgt man dem Pfad nach rechts durch das Felsgelände, das zweimal ein Felsköpfle umgeht, zum Kreuz des Kleinen Daumens (2197 m).

Der Abstieg in nördliche Richtung führt durch gestuftes Felsgelände, das an den heiklen Stellen gut abgesichert ist mit Drahtseil und Stiften. Diese nette Kraxelpartie geht schließlich in einen Grasgrat über, der »Hasenecker-Grat« oder »Auf der Schneid« genannt wird. Schließlich gelangt man zur Weggabelung vor der Heubatspitze.

Der Pfad zu den Hohen Gängen führt nach rechts über eine Grasflanke auf den Gipfel, dann über den gezackten Grat bis zum latschenbewachsenen Gipfelkamm des Breitenbergs (1893 m). Der Abstieg erfolgt auf dem schmalen Pfad rechts vom Kreuz hinab zu einer Scharte, in der man in Kehren über einen Geröllhang absteigt zur Oberen und zur Unteren Hütte der Älpealpe. Über die sonnigen Weiden geht’s hinab in den Wald. Auf dem Rundwanderweg von Hinterstein gelangt man zurück nach Hinterstein. Die Bushaltestelle befindet sich am runden Platz vor dem Gasthaus Grüner Hut.