Überschreitung des Estergebirges von Eschenlohe

  • Region: D - Bayerische Voralpen
  • Dauer: 2 Tage
  • Höhenmeter: 1456 Hm

Das Estergebirge stand immer schon – zumindest im bergsteigerischen Sinne – im Schatten des mächtigen Wettersteingebirges und seinen alles überragenden Gipfeln. Für die Bauern in Krün und Wallgau ist dieses »gemütlichere« Gebirge aber seit Jahrhunderten wegen seiner leichten Erreichbarkeit und den Weidemöglichkeiten von Bedeutung.

Die Kuhalm, die Krüner Alm, die Finzalm und die Esterbergalm sind heute noch bewirtschaftet und liegen an den zahlreichen Aufstiegswegen zur Weilheimer Hütte. Ab 1889 waren die Orte Garmisch und Partenkirchen von München aus mit der königlich-bayerischen Eisenbahn erreichbar, was zu einem gestiegenen Interesse an Wanderungen in das Estergebirge führte.

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Teil 1

Die erste Etappe beginnt am Bahnhof von Eschenlohe, von wo wir geradeaus zur Murnauer Straße gehen. Danach halten wir uns rechts und erreichen so den Dorfplatz.
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Teil 2

Vom Wankhaus wandern wir über freies Gelände hinab zur Bergstation, seitlich an dieser vorbei und folgen dann dem breiten Höhenweg hinüber zum Roßwank.
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Eckdaten zur Überschreitung des Estergebirges von Eschenlohe
Hütten Weilheimer Hütte (1946 m), AV-Hütte, Kat. I, 10 Betten, 56 Lager, 20 Notlager, bewirtschaftet von Pfingsten bis Ende Oktober; Tel. 0170/2 70 80 52 , Wankhaus (1780 m), AV-Hütte (Alois-Huber-Haus), Kat. II, ganzjährig bewirtschaftet, 10 Betten, 20 Lager; Tel. 08851/5 62 01
Start/ Ausgangspunkt Eschenlohe (689 m)
Endpunkt Garmisch-Partenkirchen (707 m)
Gehzeiten Von Eschenlohe zur Weilheimer Hütte 5 Std., Abstieg zur Esterbergalm 1,5 Std., Aufstieg zum Wankhaus 1,5 Std., Abstieg nach Garmisch-Partenkirchen über den Gschwandtnerbauern 3 Std.; insgesamt: 11 Std. (ohne Gipfelabstecher). Sollten wir auf dem Wank einen schnellen Abgang machen wollen, bietet sich die Talfahrt mit der Wankbahn als Alternative an.
Anforderungen Bergwanderwege und Bergsteige. Wegen der steilen An- und Abstiege Kondition erforderlich, ansonsten reicht Trittsicherheit. Der erste Teil des Anstiegs von Eschenlohe zum Brandeck im Estergebirge erfolgt auf Forststraße.
Karte Topographische Karte 1:50 000 »Werdenfelser Land« (LVG)
Buchtipp Wandern von Huette zu HuetteHeinrich Bauregger – Von Hütte zu Hütte
Hüttenzauber, Panoramablicke, Gipfelglück. Höhenwege zwischen Berchtesgaden und Oberstdorf. Die schönsten Hüttenwanderungen in den Bayerischen Hausbergen in einem Wanderführer Hüttentouren.

Überschreitung eines einsamen Gebirgsstockes

Ueberschreitung Estergebirge

Höhenprofil bei der Überschreitung des Estergebirges

Dreh- und Angelpunkt der meisten Touren im Estergebirge ist nach wie vor die Weilheimer Hütte. Zudem kann sie mit einem kleinen Superlativ aufwarten: sie ist die höchstgelegene Unterkunftshütte in den Bayerischen Voralpen. Bis vor Kurzem war sie auch das einzige Unterkunftshaus in diesem Mini-Gebirge. Da die Anstiege auf den Krottenkopf – dem Hauptgipfel des Estergebirges – wahrlich lang sind, empfiehlt sich eine Übernachtung.

Wir wollen auf dieser Tour das gesamte Massiv von Norden nach Süden überqueren – von Bahnhof zu Bahnhof. An der Weilheimer Hütte bieten sich allerdings zwei Varianten an: Wir können durch die Ostseite des Gebirgsstocks über die Krüner Alm hinabwandern nach Wallgau und mit dem Bus nach Kochel oder nach Garmisch fahren, oder wir steigen über den steilen Oberauer Steig hinab nach Oberau. Bleiben wir bei der vorgeschlagenen Route, können wir an der Esterbergalm noch mal die Entscheidung treffen, ob wird den Wank in unsere Tour einbinden wollen oder nicht. Je nachdem wie viel Zeit wir mitbringen, können wir diese Tour auf zwei oder drei Tage aufteilen. Nutzen wir das Wankhaus für eine weitere Übernachtungsmöglichkeit, können wir am letzten Tag von dort oben bequem mit der Wankbahn zu Tal schweben

Unser Tipp:
Ein Rundgang durch den reizvollen, noch ländlich geprägten Ort Eschenlohe. Im Ortskern gibt es einige reizvolle, alte Häuser mit Lüftlmalereien sowie schön geschmückte Balkone zu entdecken. Die markante Pfarrkirche St. Clemens wurde in den Jahren 1764 – 1782 erbaut und lohnt einen Besuch. Wenn etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, können wir noch einen Abstecher in die Asamklamm machen. Direkt hinter dem Alpenhotel Wengererhof am östlichen Ortsende von Eschenlohe führt ein Pfad in die romantische Klamm. Der Rundweg ist jedoch nur für Geübte.

1. Etappe: Eschenlohe – Weilheimer Hütte

Am Bahnhof von Eschenlohe gehen wir geradeaus zur Murnauer Straße, halten uns auf dieser rechts und erreichen so den Dorfplatz. Dort gehen wir links über die Loisachbrücke und bei der zweiten Wegkreuzung rechts in die Krottenkopfstraße und erreichen dann durch eine Wiese den Ortsteil Wengen. Dort folgen wir der breiten Forststraße nach Osten – hoch über der Eschenlaine – bis zum Brandeck und ändern dann die Richtung nach Süden.

Ueberschreitung Estergebirge

Die Esterbergalm ist eine willkommene Unterbrechung vor unserem Anstieg zum Wank.

Bald zweigt rechts ein Weg ab (Ausschilderung: »Krottenkopf«), der uns durch lichten Hochwald zum »Brünnl« und zum Jagdhaus Pustertal (1325 m) führt. Diese Passage ist an ausgesetzten Stellen mit Drahtseilen gesichert. Weiter nun durch lichten Wald, dann durch Latschen in das Kistenkar und über Geröll hinauf zum Gatterl, einem Sattel zwischen Hoher Kisten und Platteneck, wo wir auf den Walchenseer Steig treffen. Jetzt rechts auf gutem Steig – seitlich an der Hohen Kisten, am Archtalkopf und am Schindlerskopf vorbei – über das abgeflachte Plateau zur Weilheimer Hütte, unserer ersten Übernachtungsstation, wo wir für den Sonnenuntergang dem höchsten Gipfel des Estergebirges, dem Krottenkopf, einen Besuch abstatten.

2. Etappe: Weilheimer Hütte – Wankhaus

Von der Weilheimer Hütte folgen wir am nächsten Tag links haltend dem ausgeschilderten Bergwanderweg, der seitlich durch den Westhang des Krottenkopfs in Richtung Esterbergalm führt. Der Weg verzweigt sich bald, wobei wir besser den linken Ast nehmen (beide Wege treffen sich unterhalb wieder). Wir steigen über die freien Hänge hinab und treffen bei der Waldgrenze auf einen Wirtschaftsweg. Diesem folgen wir weiter talwärts durch die bewaldeten Osthänge des Bischofs.

Tourentipp: Eine weitere schöne Tour in den Bayerischen Voralpen ist die Wanderung zur Tegernseer Hütte.

Bei einer Wegverzweigung halten wir uns rechts und erreichen die Hintere Esterbergalm. Nun geht es nahezu eben zur bewirtschafteten Esterbergalm, die mit ihrer hauseigenen Kapelle ein besonders schönes Ensemble bayerischer Almkultur bildet. Nach einer erfrischenden Einkehr folgen wir ein kurzes Stück rechts dem Wirtschaftsweg in Rich- tung Daxkapelle, bis links der Wanderweg (Mark.- Nr. 413) zum Wank abzweigt. Zunächst geht es noch über Weiden, dann durch Wald und in vielen kurzen Serpentinen steil hinauf zum Gipfelplateau. Dort seitlich am Ameisberg vorbei und über freies Gelände hinauf zum Wankhaus. Die Bergstation der Wankbahn liegt ein wenig unterhalb des Alpenvereinshauses.

Mit schönem Blick auf Karwendel und Wetterstein

Gipfel am Weg

  • Hohe Kisten (1922 m), vom Anstiegsweg von Eschenlohe in wenigen Minuten auf felsigem Pfad erreichbar.
  • Großer Krottenkopf (2086 m), unmarkierter Pfad von der Weilheimer Hütte; für den Aufstieg 30 Min.
  • Wank, 1780 m Das Wankhaus ist ein Gipfelhaus, befindet sich also bereits beinahe auf dem höchsten Punkt. Das große, eingefriedete und aufwendige Gipfelkreuz liegt nur wenige Meter nordwestlich davon. Großartige Sonnenauf- und -untergänge sowie ein Panoramarundblick auf Wetterstein, Ammergauer Alpen, Karwendel und die Bayerischen Voralpen und eine gemütliche Alpenvereinshütte sind wahrlich keine schlechte Empfehlung für diesen Berg.

3. Etappe: Wankhaus – Gschwandtnerbauer – Garmisch-Partenkirchen

Ueberschreitung Estergebirge

Wanderkarte – Überschreitung des Estergebirges

Vom Wankhaus wandern wir über freies Gelände hinab zur Bergstation, seitlich an dieser vorbei und folgen dann dem breiten Höhenweg (Mark.-Nr. 412) hinüber zum Roßwank (bei der Wegverzweigung halten wir uns rechts). Dann wandern wir bergab durch Latschen und weiter unten durch Mischwald hinab zum Sattel zwischen Roßwank und Rotenkopf (hier mündet der direkte Weg von der Esterbergalm ein). Nun rechts hinab auf gutem Steig durch Wald zu einem Bachgraben, bald über diesen hinweg und über zahlreiche Serpentinen hinunter. Noch im Wald treffen wir auf eine Wegverzweigung, der wir links folgen.

Bald geht es hinaus auf die Wiesen des Gschwandtnerbauers und hinab zu diesem, wo wir an einer aussichtsreichen Stelle (schöner Blick auf Karwendel und Wetterstein) einkehren können. Anschließend gehen wir zurück zur Wegverzweigung, halten uns links und wandern steil ansteigend durch Wald über einen Sattel hinab zu einer weiteren Wegverzweigung. Dort müssen wir uns entscheiden: Rechts geht es über die unbewirtschaftete Eckenhütte – weiterhin überwiegend durch Wald – durch die Südhänge des Wanks zur Talstation der Wankbahn, wobei das letzte Stück auf dem Wirtschaftsweg verläuft, der von der Esterbergalm herabführt. Links geht es ebenfalls durch Wald weiter zur bewirtschafteten Gamshütte, die an aussichtsreicher Stelle liegt.

Von dort führt zunächst ein serpentinreicher Steig steil ab in einen Bachgraben, dann links haltend (nicht rechts zur Wallfahrtskirche St. Anton) auf dem Wankweg zum Ortsteil Partenkirchen. Über die Fauken-, die Sonnenbergstraße, die Münchner Straße, Ludwigstraße und die Bahnhofstarße erreichen wir dann den Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen, wo wir die Rückfahrt über Eschenlohe antreten.