Durch den Zemmgrund zur Berliner Hütte

  • Region: AUT - Stubaier Alpen
  • Dauer: 1 Tag
  • Höhenmeter: 802 Hm

Einige Superlative gefällig? Welche ist die älteste und bekannteste Alpenvereinshütte in den Zillertaler Alpen? Welche Hütte steht mittlerweile unter Denkmalschutz? Es ist die Berliner Hütte. Sie ist nach dem Furtschaglhaus auch die größte Unterkunftshütte und wartet außerdem noch mit einem eindrucksvollen Gletscherpanorama auf. Die Berggipfel des Alpenhauptkamms, gekrönt mit schroffen Urgesteinszacken, ragen über weiten weißen Gletscherbecken empor.

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Aufstieg

Der Aufsteig zur Berliner Hütte startet am Gasthaus Breitlahner und führt auf einem geschotterten Fahrweg bequem durch den Zemmergrund aufwärts.
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Abstieg

Das Berliner Haus eignet sich sehr gut als Ausgangspunkt für weitere Touren. Wer es bei einer gemütlichen Tagestour belassen will, steigt nach der Einkehr im Berliner Haus wieder den gleichen Weg ab.
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Eckdaten zur Wanderung durch den Zemmgrund zur Berliner Hütte
Hütten Grawandhaus, 1640 m,  Gasthaus Alpenrose, 1875 m, Berliner Hütte, 2040 m
Talort / Ausgangspunkt Gasthaus Breitlahner
Anfahrt

Mit dem Auto: Auf der Inntalautobahn bis zur Ausfahrt Achensee/Zillertal oder über den Achenpass ins Zillertal; dann nach Mayrhofen und geradeaus weiter über Ginzling bis zum Gasthaus Breitlahner (1257 m).

Mit der Bahn: München–Kufstein– Strass im Zillertal, umsteigen in die Zillertalbahn bis Mayrhofen, umsteigen in den Bus Richtung Ginzling/Schlegeisspeicher, Busse jedoch teils nur bis Ginzling (umständlich).

Dauer Vom Gasthaus Breitlahner zur Berliner Hütte 3 1/2 Std. (1 3/4 Std. bis zum Grawandhaus, 3 Std. bis Gasthaus Alpenrose), Abstieg 2 1/2 Std.; insgesamt 6 Std. ohne weitere Toureneinlagen.
Anforderungen Problemloser Hüttenwanderweg; für Wanderungen ab der Hütte ist jedoch Trittsicherheit erforderlich.
Karte WK 301 Kufstein · Kaisergebirge · Kitzbühel, 1: 50 000 (Freytag & Berndt)
Buchtipp AlpenwanderbuchHeinrich Bauregger: Das große Alpenwanderbuch
Almen, Hütten, Gipfel, Klettersteige, Höhenwege. Dieser Band zeigt die schönsten Hüttentouren und Wanderungen von Hütte zu Hütte in den Alpen.

Durch den Zemmgrund

Zemmgrund Berliner Huette

Wasserbecken im Zemmgrund

Wer trittsicher und gut beschuht ist, kann von der Berliner Hütte aus nicht nur einen Dreitausender ohne Gletscherausrüstung besteigen (Schönbichler Horn, 3134 m), sondern auch dunkelrote Granate finden (östliches Hornkees). Der Anmarsch zur Berliner Hütte beginnt am Parkplatz bzw. an der Bushaltestelle beim Gasthof Breitlahner. Die Wanderung lässt sich bequem an, da sie einem geschotterten Fahrweg folgt.

Bei brennender Sommersonne ist sie allerdings ermüdend – aber keine Sorge, es warten vier Einkehrmöglichkeiten am Wegrand auf den durstigen Wanderer. Anfangs liegen rechter Hand die blühenden oder von den braunen Almkühen abgeweideten sattgrünen Wiesen des Zemmgrunds, während von links die typischen Charakteristika eines Zentralalpentals grüßen: steile, von felsigen Rinnen mit schäumenden Bächen durchschnittene Nadelwälder, zwischen denen immer wieder braune oder mit Flechten bewachsene Felsen hervorstehen. Hinter der Schwemm-Alm beginnt der Fahrweg anzusteigen. Hier besteht die Möglichkeit, über einen typischen, von Glimmerplatten und Gneisblöcken durchsetzten Zentralalpensteig abzukürzen. Ein gleichmäßiger Gehrhythmus lässt sich allerdings auf diesem alten Wegstück, über das vor noch gar nicht so langer Zeit die Pferde zur Versorgung der Berliner Hüttehochtrotteten, nicht immer einhalten.

Zemmgrund Berliner Huette

Wanderkarte Zemmgrund und Berliner Hütte

Gletscherpanorama an der Berliner Hütte

Erreicht man wieder den Schotterweg, empfiehlt es sich, in der auf halbem Weg gelegenen Grawand-Alm am Beginn der Zemmklamm einzukehren. Bei einem kühlen Bier (oder einer prickelnden Limo) lassen sich in angenehmer Atmosphäre gegenüber dem Kühlenluft-Wasserfall die felsigen Schrofenwände und das Schönbichlerkees betrachten. Zwischen grünen Wiesen, Matten mit eingesprenkeltem Almrausch und nur noch vereinzelt stehenden Bäumen geht es immer oberhalb der eindrucksvollen Schlucht steil bergan. Ein kleiner Stausee dort unten dient der Ableitung eines Teils der Wassermassen des wilden Zemmbachs durch Druckstollen zum Schlegeisspeicher im Westen, hinter dem Großen Greiner.

Wer an einem schönen Wochenende zur Urlaubszeit unterwegs ist und in der Berliner Hütte keinen Platz mehr bekommt, kann unterwegs in dem privat betriebenen Gasthaus Alpenrose übernachten. Ansonsten geht man ab hier über einen ungeschotterten, steinigen Weg noch ein halbes Stündchen bis zum wuchtigen, aus Urgesteinsplatten erbauten Gebäude der Berliner Hütte. Sie hat einen großen Gastraum, hier bekommt man (fast) alles, auch komfortable Lager (neben den 16 Betten). Hinter der bewirtschafteten Hütte steht noch die winzige ehemalige Berliner Hütte von 1879, eine der ältesten erhaltenen Schutzhütten im Alpenraum. Etwas oberhalb der Hütte, am »plattigen« Weg zum reizvollen Schwarzensee, befindet sich ein kleiner Moorweiher, in dem man sich nach der langen Anstrengung ideal erfrischen kann.