Die richtige Ausrüstung – Rucksack packen für die Hüttentour

Ausrüstung Hüttentour

Alpinstiefel (oben) und Trekkingschuh (unten)

Die Ausrüstung für die Hüttentour wird auf die Länge und Art der Touren abgestimmt. Generell handelt es sich um die gleiche wie bei Tagestouren, ergänzt um alles Notwendige für das »Hüttenleben«, also vor allem (Hütten-)Schlafsack (leichteste Ausführung!), Pflegeutensilien, Wechselwäsche etc. Man denke daran, sich nicht wie einen Maulesel zu bepacken und damit zu belasten. »So viel wie unbedingt nötig, aber so wenig wie möglich«, lautet gleichsam das Motto. Hier und da ein paar Gramm eingespart – das kann sich am Ende beträchtlich summieren. So erübrigt es sich beispielsweise, Proviant in großem Stil mitzuschleppen, da man sich überwiegend auf Hütten verpflegen kann. Dort sollte man allerdings keinen übermäßigen Komfort erwarten, sondern das einfachere Angebot akzeptieren. Wichtig ist im Grunde nur, dass man satt wird und nachts ein Dach über dem Kopf hat. Für den Seelenbalsam sorgt letztendlich die Natur.

Die richtigen Bergschuhe sind das A und O

Auch wer im vermeintlich leichten Gelände unterwegs sein will, sollte eine Grundausstattung mit sich führen – schon ein verstauchter Fuß, plötzlich einsetzender Regen, Nebel, eine nicht beachtete Wegverzweigung können selbst in einfachem Almgelände zu erheblichen Komplikationen führen. Also: Das Wichtigste sind die Schuhe – denn so lange man noch gehen kann, gelangt man auch wieder nach Hause. Die Industrie bietet heute ein ausgefeiltes Angebot an hochwertigen Schuhen an, die auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Im Wesentlichen lassen sich die Bergschuhe aber in zwei Kategorien einteilen:

a) Alpine Bergstiefel, die stabil und steigeisenfest, wasserabweisend und überdurchschnittlich strapazierfähig sein müssen; diese Bergstiefel sind aus Leder und anderen Top-Materialien und haben in der Regel auch die vielgerühmte Vibramsohle.

b) Trekkingschuhe, die ein geringes Gewicht haben. Sie sind auch geeignet für Gelände, das Trittsicherheit erfordert, haben den notwendigen hohen Schaft, sind wasserabweisend und vielseitig einsetzbar.

Von diesem Typus Bergschuh gibt es bereits eine Vielzahl von Modellen auf dem Markt, je nach Anspruch (Einsatz auf Klettersteigen, Geröll-und Schneefeldern oder »nur« für leichte Vorgebirgswanderungen). Weitere notwendige Ausrüstungsgegenstände für die Hüttentour sind: strapazierfähige Hose (falls Sie im Sommer kurze Hosen bevorzugen, als Ersatz immer auch eine lange mitnehmen), Wollsocken, Anorak oder Regenhaut, Faserpelzjacke, Kopfbedeckung, Reserveunterwäsche und -socken, Hemd oder T-Shirt zum Wechseln, Sonnenschutzcreme, Verbandspäckchen, Taschenlampe, Trillerpfeife. Wer eine Hüttenübernachtung mit einplant, sollte den Hüttenschlafsack nicht vergessen. Dieser kann allerdings oft auch vor Ort erworben werden. Für Klettersteigfreunde empfiehlt sich auf alle Fälle folgende Grundausstattung: der obligatorische Steinschlaghelm, Brust- und Sitzgurt, Reepschnüre sowie Sicherungskarabiner. Und für alle Fälle natürlich Proviant und mindestens einen Liter eines Getränks mitnehmen, denn man weiß nie, ob die Hütte nicht doch geschlossen ist.

Im Falle des Falles – Alpine Gefahren und Notsignale

Hilfezeichen bei Bergnot

Hilfezeichen im Notfall

Es wäre unseriös, die alpinen Gefahren immer und überall zu dramatisieren, doch sollte jeder Gebirgsneuling wissen und jeder erfahrene Berggeher sich gelegentlich daran erinnern, dass diese stets mehr oder weniger vorhanden sind. Wer mit einem gewissen Restrisiko nicht leben mag, kann praktisch nichts anderes tun, als zu Hause zu bleiben, zumal ja bereits die Anfahrt risikobehaftet ist. Bei Bergwanderungen ist Selbstüberschätzung wohl einer der häufigsten Gründe für eine Notsituation. Neben kritischer Betrachtung der eigenen Fähigkeiten sind gründliche Hüttentour Vorbereitung und umsichtige Durchführung der Tour das A und O. Überhaupt ist im Gebirge eher defensives Verhalten angebracht. Man braucht sein Leistungspotenzial keineswegs voll auszureizen, was sowohl für das bergsteigerische Können als auch für die Ausdauer gilt. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Einfluss einer etwaigen Gruppendynamik mit ihren (scheinbaren) Zwängen.

Notrufnummern der Bergrettung

  • Allgemeine europäische Notrufnummer: 112
  • Österreich: 140
  • Italien: 118
  • Bayern: 19222

Daneben gibt es aber auch objektive Gefahren, die das Gebirge mit sich bringt, vor allem im Zusammenspiel mit dem Wetter. Das Fehlverhalten des Menschen liegt dann meist darin begründet, diese nicht ausreichend zu erkennen. Der beste Schutz wird gemeinhin mit dem Begriff »Bergerfahrung « umschrieben, die sich jeder mit der Zeit erwerben kann. Falls man in eine Notlage gerät oder sich sogar ein ernsthafter Unfall ereignet hat, heißt es zunächst Ruhe zu bewahren und dem/den Verletzten erste Hilfe zu leisten. Mit einem Handy lässt sich – sofern man Empfang hat – direkt die Bergrettung verständigen. Ansonsten muss das Alpine Notsignal abgegeben werden: 6-mal pro Minute in regelmäßigen Abständen ein optisches oder akustisches Zeichen. Mit je einer Minute Pause dazwischen wird dies solange wiederholt, bis man Antwort erhält. Diese besteht aus 3-maligem Zeichen pro Minute.